Vor der kroatischen Insel Mljet haben Unterwasserarchäologen einen Goldschatz in einem byzantinischen Schiffswrack entdeckt. Die Sensation gelang bei einer Untersuchung des Wracks, das auf den Grund der Adria gesunken war. Die Forscher stießen auf zahlreiche Goldmünzen und Schmuckstücke, die vermutlich aus dem 6. Jahrhundert stammen.
Einblick in die Spätantike
Der Fund gilt als einer der bedeutendsten seiner Art im Mittelmeerraum. Die Artefakte könnten Aufschluss über Handelswege und Wirtschaftsbeziehungen des Byzantinischen Reiches geben. Experten vermuten, dass das Schiff auf dem Weg von Konstantinopel nach Westen war, als es in der Nähe von Mljet sank.
Die ersten Tauchgänge förderten bereits über 100 Goldmünzen zutage, die das Bildnis des Kaisers Justinian I. tragen. Hinzu kommen filigrane Goldohrringe und eine kunstvoll verzierte Fibel, die einst zur Gewandbefestigung diente. „Die Funde sind in einem außergewöhnlich guten Zustand“, berichtet Dr. Maja Kovačić vom kroatischen Institut für Unterwasserarchäologie.
Schutz vor Plünderern
Die genaue Position des Wracks wird geheim gehalten, um Plünderungen zu verhindern. Die kroatischen Behörden haben die Zone weiträumig abgesperrt und überwachen sie mit Unterwasserdrohnen. Gleichzeitig laufen die Bergungsarbeiten auf Hochtouren, um die Artefakte vor dem Verfall zu bewahren.
Die Forscher hoffen, durch die Analyse der Funde mehr über die damalige Schifffahrt zu erfahren. Erste Untersuchungen deuten darauf hin, dass das Schiff eine Ladung von hohem Wert transportierte, möglicherweise für den kaiserlichen Hof. Die Entdeckung könnte auch neue Erkenntnisse über die Rolle der Adria als Handelsroute im frühen Mittelalter liefern.
Bedeutung für die Region
Für Kroatien ist der Fund ein Glücksfall: Er könnte den Tourismus auf der Insel Mljet ankurbeln, die bereits für ihre Naturschönheiten bekannt ist. Das Archäologiemuseum in Dubrovnik hat bereits Interesse an einer Ausstellung der Fundstücke angemeldet. Die Restaurierung wird voraussichtlich mehrere Jahre in Anspruch nehmen.
Bis dahin bleiben die Goldschätze in den Laboren der Universität Zagreb, wo sie konserviert und wissenschaftlich ausgewertet werden. Die Öffentlichkeit soll später in einer Sonderausstellung die Möglichkeit erhalten, die Zeugnisse der byzantinischen Kultur zu bestaunen. Die Entdeckung unterstreicht einmal mehr, welch reiches kulturelles Erbe in den Tiefen des Mittelmeers schlummert.



