Die österreichische Schriftstellerin Monika Helfer ist tot. Sie starb am Freitag im Alter von 76 Jahren in Bregenz an den Folgen eines tragischen Sturzes, wie ihre Familie bestätigte. Helfer zählte zu den bedeutendsten Stimmen der deutschsprachigen Literatur und erlangte vor allem mit ihren autobiografisch geprägten Romanen große Bekanntheit.
Ein Leben für die Literatur
Monika Helfer wurde am 14. Oktober 1947 in Au im Bregenzerwald geboren. Sie wuchs in einfachen Verhältnissen auf und begann schon früh zu schreiben. Ihr Debüt gab sie 1982 mit dem Roman „Die Wildnis“, der auf Anhieb Aufmerksamkeit erregte. Im Laufe ihrer Karriere veröffentlichte sie zahlreiche Romane, Erzählungen und Theaterstücke, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden.
Besonders erfolgreich war ihre jüngste Trilogie, die mit dem Roman „Die Bagage“ (2020) begann. Darin verarbeitete sie die Geschichte ihrer eigenen Familie während des Ersten Weltkriegs. Das Buch wurde ein Bestseller und für den Deutschen Buchpreis nominiert. Es folgten die Bände „Vati“ (2021) und „Löwenherz“ (2022), die ebenfalls große Anerkennung fanden.
Auszeichnungen und Ehrungen
Für ihr Werk wurde Monika Helfer vielfach ausgezeichnet. Unter anderem erhielt sie den Österreichischen Kunstpreis für Literatur (2021), den Bodensee-Literaturpreis (2022) und den Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg (2023). Die Stadt Bregenz ehrte sie mit dem Kunstpreis der Landeshauptstadt. Ihre Bücher erreichten eine Gesamtauflage von über 500.000 Exemplaren.
In einer Stellungnahme des Literaturhauses Wien hieß es: „Monika Helfer hat die österreichische Literatur über Jahrzehnte geprägt. Mit ihrer präzisen Sprache und ihrer Fähigkeit, das Schicksal einfacher Menschen in große Erzählungen zu verwandeln, hat sie ein einzigartiges Werk hinterlassen.“ Auch der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen zeigte sich betroffen und würdigte sie als „eine der großen Erzählerinnen unserer Zeit“.
Ein tragischer Unfall
Den Angaben zufolge ereignete sich der Sturz in ihrem Wohnhaus in Bregenz. Helfer wurde sofort in ein Krankenhaus gebracht, erlag jedoch wenige Tage später ihren schweren Verletzungen. Die genauen Umstände des Unfalls sind nicht bekannt. Die Familie bat um Respekt für die Privatsphäre in dieser schweren Zeit.
Monika Helfer hinterlässt ihren Ehemann, den Schriftsteller und Verleger Michael Köhlmeier, sowie ihre Kinder und Enkelkinder. Köhlmeier, mit dem sie seit 1981 verheiratet war, hatte sie in vielen Projekten unterstützt. Das Paar lebte abwechselnd in Bregenz und Hohenems.
Ein bleibendes Erbe
Mit Monika Helfer verliert die Literatur eine Stimme, die sich nie scheute, die Abgründe menschlicher Beziehungen auszuleuchten. Ihre Werke, die oft von Heimat, Herkunft und der Rolle der Frau handeln, werden Leserinnen und Leser noch lange begleiten. Bereits 2017 wurde ihr Roman „Die Nußdorfer“ verfilmt, und auch nach ihrem Tod wird ihr Einfluss auf die Literaturszene spürbar bleiben.
Die Trauerfeier findet im engsten Familienkreis statt. Eine öffentliche Gedenkveranstaltung ist für den Frühsommer geplant, wie die Stadt Bregenz mitteilte. Monika Helfers letzte Ruhestätte wird auf dem Friedhof von Au im Bregenzerwald sein, wo sie ihre Kindheit verbrachte.



