Die Stadt Bad Wörishofen plant für das Jahr 2026 ein Riesenrad – und die Meinungen der Einwohner gehen weit auseinander. Eine aktuelle Umfrage der Augsburger Allgemeinen zeigt: Rund 60 Prozent der Befragten begrüßen das Vorhaben, während 40 Prozent skeptisch sind. Das Riesenrad soll auf dem Kurt-Müller-Platz aufgestellt werden und eine Höhe von 45 Metern erreichen. Die Betreiber versprechen sich davon mehr Touristen und eine Aufwertung des Stadtbildes.
Warum ein Riesenrad? Die Hintergründe
Die Idee stammt von einem lokalen Unternehmer, der bereits ähnliche Attraktionen in anderen Kurorten betreibt. Er argumentiert, dass Bad Wörishofen als Kneipp-Kurort von einer solchen Attraktion profitieren könnte. „Ein Riesenrad zieht Familien und junge Leute an, die sonst vielleicht nicht in die Stadt kommen“, sagt er. Die Stadtverwaltung unterstützt das Projekt und sieht darin eine Chance, den Tourismus nach der Pandemie wieder anzukurbeln. Auch die örtliche Wirtschaft hofft auf zusätzliche Einnahmen.
Die Befürworter: Begeisterung und Erwartungen
Viele Bürger zeigen sich begeistert. Sie sehen in dem Riesenrad eine Bereicherung für die Stadt und eine Gelegenheit, Bad Wörishofen überregional bekannt zu machen. „Das wird ein Highlight für die ganze Region“, sagt eine Anwohnerin. Auch einige Geschäftsleute erwarten mehr Laufkundschaft. Die Stadtverwaltung kalkuliert mit rund 200.000 Besuchern pro Jahr, die das Riesenrad nutzen könnten. Das würde nicht nur die Gastronomie, sondern auch den Einzelhandel stärken.
Die Kritiker: Sorgen um Lärm und Verkehr
Die Gegner des Projekts äußern jedoch Bedenken. Sie befürchten Lärmbelästigung und zusätzlichen Verkehr, besonders in den Sommermonaten. „Der Platz ist schon jetzt oft überfüllt, und dann noch ein Riesenrad?“, fragt ein Anwohner. Auch die Sorge vor steigenden Mieten und einer Kommerzialisierung des Kurortes wird laut. Einige Kritiker zweifeln zudem an der Wirtschaftlichkeit: „Wer soll das bei den hohen Betriebskosten denn bezahlen?“
Die Stadtverwaltung: Versprechen und Kompromisse
Die Stadtverwaltung versucht, die Bedenken zu zerstreuen. Sie verweist auf ähnliche Projekte in anderen Städten, die erfolgreich verlaufen seien. Zudem sollen Betriebszeiten begrenzt und Lärmschutzmaßnahmen ergriffen werden. „Wir werden die Auflagen so gestalten, dass die Anwohner nicht übermäßig belastet werden“, verspricht ein Sprecher. Auch eine Bürgerbeteiligung ist geplant, um die Anliegen der Bevölkerung ernst zu nehmen.
Die wirtschaftliche Perspektive: Chancen und Risiken
Ökonomen sehen in dem Projekt sowohl Chancen als auch Risiken. Einerseits könnten zusätzliche Einnahmen aus dem Tourismus die Stadtkasse entlasten. Andererseits seien die Investitionskosten von rund 2,5 Millionen Euro nicht unerheblich. Die Betreiberfirma will das Riesenrad selbst finanzieren, doch die Stadt müsste für Infrastrukturmaßnahmen aufkommen. Experten raten zu einer genauen Kalkulation, um Verluste zu vermeiden.
Die Zukunft: Entscheidung im Stadtrat
Der Stadtrat wird voraussichtlich im Herbst über das Projekt entscheiden. Bis dahin sollen weitere Gutachten eingeholt und die Bürger informiert werden. Die Befürworter hoffen auf eine schnelle Umsetzung, damit das Riesenrad pünktlich zur Saison 2026 stehen kann. Die Gegner kündigen an, notfalls gegen die Entscheidung vorzugehen. So bleibt die Zukunft des Riesenrads in Bad Wörishofen vorerst offen. Klar ist nur: Die Diskussion zeigt, wie sehr dieses Vorhaben die Gemüter bewegt.



