Quiz-Blamage beim NDR: Diese Show hat Fabian Köster nicht verdient
Quiz-Blamage beim NDR: Fabian Köster verschenkt Talent

Es ist offiziell: Fabian Köster, bekannt aus der ZDF-Satiresendung „heute show“, präsentiert nun eine Quizshow beim NDR. Was nach einem locker-leichten Fernsehauftritt klingt, ist für den SPIEGEL-Kolumnisten Arno Frank ein Ärgernis. In seiner Kritik vom 3. August 2026 rechnet er mit der Sendung ab und stellt die provokante Frage: „Weshalb tut sich der ‚heute show‘-Liebling das an?“

Ein Satiriker auf Abwegen

Die Überraschung ist groß. Noch vor Kurzem führte Köster im ZDF einen Außenminister mit raffinierten Fragen aufs politische Glatteis. Diese Kunst der eleganten Entlarvung machte ihn zu einem der beliebtesten Gesichter der „heute show“. Nun steht er im NDR-Studio und kommentiert schlichte Ratespielchen mit Floskeln wie „Jetzt wird’s nochmal spannend!“ – eine Ankündigung, die laut SPIEGEL-Bildunterschrift kaum jemand glauben dürfte: „Oder auch nicht.“

Arno Frank schreibt in seiner Kolumne, die unter dem Titel „Quiz-Blamage beim NDR“ erschienen ist, dass die Sendung „das geniale Milchgesicht Fabian Köster nicht verdient“ habe. Der Begriff „Milchgesicht“ mag ironisch gemeint sein, doch die Botschaft ist ernst: Der Komiker verschenke sein Talent an ein Format, das ihn nicht fordere.

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Die Show bietet wenig Raum für Ironie

Wer Köster aus der „heute show“ kennt, weiß um seine Fähigkeit, scheinbar harmlose Fragen so zu stellen, dass Politiker ins Stolpern geraten. In der NDR-Quizshow bleibt davon wenig übrig. Statt pointierter Analysen gibt es Wissensfragen, statt Ironie eine Studiokulisse, die an typische Vorabendunterhaltung erinnert. Die Sendung wirke, so der Kritiker, „einfältig“ und biete weder Köster noch dem Publikum die Gelegenheit, anspruchsvolle Momente zu erleben.

Besonders deutlich wird der Kontrast in der Bildunterschrift eines dpa-Fotos, das Köster im NDR-Studio zeigt. Sie zitiert ihn mit den Worten „Jetzt wird’s nochmal spannend!“ und kontert trocken: „Oder auch nicht.“ Genau diese Leere macht das Problem der Show aus – sie verspricht Spannung, kann aber nicht halten, was sie ankündigt.

Ein Verlust für die Zuschauer

Für Arno Frank ist der Fall zugleich ein Symbol für eine Entwicklung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen: Talente werden in Formate gepresst, die ihr Können nicht abrufen. Köster sei ein Paradebeispiel dafür, wie Satire an den Rand gedrängt werde, um Platz für quotenträchtige Unterhaltung zu schaffen. Der Autor fordert indirekt eine Rückbesinnung auf die Stärken der Moderatoren – und auf die Aufgabe der Sender, anspruchsvolle Inhalte zu produzieren.

Ob Köster selbst die Kritik ernst nimmt, bleibt offen. Fest steht, dass seine Fans ihm ein solches Format nicht zugetraut hätten. Vielleicht ist die Quizshow nur ein Intermezzo, vielleicht ein bewusster Schritt in eine neue Karrierephase. Doch die ersten Reaktionen, die sich in Kommentarspalten und sozialen Netzwerken abzeichnen, sind überwiegend ernüchtert. Viele fragen sich, warum ausgerechnet ein Satiriker, der die Politik so treffend persiflieren kann, nun auf harmlose Unterhaltung setzt.

Die Kunst des politischen Glatteises

Die Fähigkeit, Gesprächspartner mit Eleganz vorzuführen, ist selten. Köster beherrschte sie im ZDF: Er stellte Fragen, die scheinbar harmlos klangen, aber auf das politische Minenfeld zielten. Genau diese Raffinesse fehlt in der NDR-Show vollständig. Stattdessen muss Köster Sätze sprechen, die wie aus einem Drehbuch für seichte Quizshows klingen. Der SPIEGEL-Artikel bringt das auf den Punkt: Die Show ist unter dem Niveau des Moderators und des Senders.

Abschließend bleibt die Frage, wie es weitergeht. Wird Köster zur „heute show“ zurückkehren, oder hat er sich endgültig der Unterhaltung verschrieben? Arno Frank würde vermutlich sagen: Im Sinne des Fernsehens wäre eine Rückkehr zur Satire der bessere Weg. Denn ein Talent wie Fabian Köster sollte nicht in einer Quizshow versauern, während er auf dem politischen Glatteis so brillant navigieren kann.

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