Horst Lichter (64) führte am Montag, dem 3. August 2026, durch eine neue Ausgabe der ZDF-Trödelshow „Bares für Rares“. Die Sendung aus Pulheim ist seit Jahren eine Institution im öffentlich-rechtlichen Fernsehen und präsentiert regelmäßig Fundstücke, die von kuriosen Erinnerungsstücken bis zu echten Kunstwerken reichen. In der heutigen Folge trat ein Verkäufer aus Chemnitz an, der einen besonderen Porzellanteller aus der Manufaktur Meissen mitbrachte. Erworben hatte er das Stück vor rund 20 Jahren auf einer Auktion – als persönliches Andenken an ein Restaurantprojekt in der Villa Esche, die mit dem belgischen Künstler Henry van de Velde verbunden ist.
Der Teller entpuppte sich in der Expertise als Meißener Porzellan mit sogenanntem „Peitschenhieb“-Dekor. Dieses Muster geht auf einen Entwurf Henry van de Veldes aus der Zeit 1903/1904 zurück. Die Bemalung wurde von Hand ausgeführt. Auf der Rückseite fanden sich die Meißener Knaufschwerter für den Zeitraum 1860 bis 1924, zwei Schleifstriche sowie das Signet Van de Veldes. Trotz kleiner Unebenheiten und eines alten, geschliffenen Bruchs wurde das Stück von den Experten als insgesamt gut erhalten eingestuft.
Vom Wunschpreis zur Expertise
Der Verkäufer nannte als Wunschpreis 800 bis 900 Euro. Die Expertenschätzung lag etwas höher, nämlich bei 800 bis 1.200 Euro. Diese Schätzung sollte im Händlerraum jedoch deutlich übertroffen werden. Nach dem Einstieg bei 400 Euro schnellten die Gebote schnell nach oben: 900 Euro, dann 1.020 Euro, 1.050 Euro, 1.100 Euro und schließlich 1.110 Euro. Ein Händler sicherte sich den Teller letztlich mit einem Gebot von 1.300 Euro – ein Preis, der sowohl die Expertise als auch die Vorstellungen des Verkäufers weit hinter sich ließ.
Damit wurde der Jugendstil-Teller zum klaren Highlight der Sendung. Ausschlaggebend waren nicht nur die seltene Kombination aus Meissener Porzellan und einem Entwurf van de Veldes, sondern auch die Verbindung zur Villa Esche und die dynamische Bietrunde, die im Studio für Spannung sorgte. Der Zuschauer erlebte einen Moment, in dem ein Stück Kulturgeschichte seinen Wert eindrucksvoll unter Beweis stellte.
Die Sendung lebt von der Spannung zwischen privaten Schätzungen und den Urteilen der Experten. Gerade bei Stücken mit künstlerischem Wert zeigt sich oft, dass Liebhaber bereit sind, tief in die Tasche zu greifen. Der Verkauf des Van-de-Velde-Tellers ist ein Beispiel dafür, wie eine kluge Präsentation und eine lebhafte Auktion zu einem überraschenden Ergebnis führen können.
Weitere Raritäten und ihre Expertisen
Neben dem Teller präsentierte die Sendung vier weitere Objekte mit teils beachtlichen Schätzungen. Das Expertenteam von „Bares für Rares“ bewertete die Stücke wie folgt:
- Werbeschild „Sieh fern mit Hörzu“ mit Mecki: Dieses Reklameschild aus Hartfaserplatte mit Holzrahmen wurde einst für Kiosk- und Ladenbesitzer produziert. Es stammt aus der Erbmasse eines Großonkels des Verkäufers und zeigte witterungsbedingte Spuren. Die Experten schätzten den Wert auf 150 bis 180 Euro.
- Goldarmband mit Turmalinen: Ein schweres Armband aus 750er-Gold mit organischer, biomorpher Struktur und cabochon-geschliffenen Turmalinen. Das Schmuckstück wurde innerhalb der Familie vererbt und in die 1960er- bis frühen 1970er-Jahre eingeordnet. Die Expertenschätzung lautete auf 9.000 bis 10.000 Euro; der reine Goldankaufswert wurde mit 8.000 Euro beziffert.
- Bronzefigur „Vollblutpferd“: Die naturalistische Wiener Bronze eines Vollblutpferdes entstand vermutlich um 1900 und stammt wahrscheinlich von Stefan Buchinger. Auf der Unterseite sind die Punzen „Vienna“ und „STB“ zu erkennen. Die Vorderbeine wirkten allerdings leicht verbogen. Die Expertenschätzung lag bei 1.000 bis 1.200 Euro.
- Bier-Set zur Hochzeit von Charles und Diana: Das Set besteht aus vier ungeöffneten Ind-Coope-Bierflaschen mit Sonderetikett zur Hochzeit des britischen Thronfolgers und Lady Diana am 29. Juli 1981. Jede Flasche trägt eine individuelle Nummer; dazu kommen geringe Lagerspuren. Die Expertenschätzung für das komplette Set liegt bei 40 bis 80 Euro.
Ob und für welchen Betrag diese vier Raritäten tatsächlich den Besitzer wechselten, zeigt die heutige Folge „Bares für Rares“ im ZDF. Wie so oft bleibt die Spannung bis zur letzten Verhandlung erhalten.



