Pedro Almodóvar hat Filmgeschichte geschrieben. Mit „Bitteres Fest“, das gerade in die Kinos kommt, ist der 76-Jährige erneut im Gespräch. In seiner Karriere hat er mehr als 40 Filme gedreht – viele davon sind zu Klassikern geworden. Doch welche seiner Arbeiten sind die besten? Die Filmdatenbank IMDb liefert eine klare Antwort: „Sprich mit ihr“ ist mit 7,9 von 10 Punkten sein am höchsten bewerteter Film.
Oscar, Golden Globe und Goldener Löwe
Bevor das Ranking der acht besten Almodóvar-Filme folgt, ein Blick auf die Erfolge des Regisseurs. Seine Tragikomödie „Alles über meine Mutter“ gewann im Jahr 2000 sowohl den Oscar als auch den Golden Globe als bester nicht englischsprachiger Film. Im Jahr 2024 erhielt er für „The Room Next Door“ mit Tilda Swinton und Julianne Moore den Goldenen Löwen der Filmfestspiele von Venedig – es war sein erster Sieg bei einem der wichtigsten Filmfestivals der Welt.
Für die europäische Film- und queere Kulturgeschichte ist der offen schwule Filmemacher eine zentrale Figur. Seine Werke kreisen oft um sexuelle Identität, Begierde und menschliche Abgründe. Deutsche Verleihtitel wie „Das Kloster zum heiligen Wahnsinn“ zeigen, wie eigenwillig sein Schaffen bisweilen daherkommt.
Die acht besten Almodóvar-Filme laut IMDb
Die folgende Liste basiert auf den Bewertungen der Internet Movie Database (IMDb), der weltweit bekanntesten Filmdatenbank. Berücksichtigt wurden alle Spielfilme von Almodóvar – hier sind die acht mit den höchsten Wertungen:
Platz 8: „Live Flesh – Mit Haut und Haar“ (1997)
Originaltitel: „Carne trémula“. Die IMDb-Wertung: 7,3 von 10 bei rund 36.000 Stimmen. Mit 1 Stunde 43 Minuten ist der Film im Flatrate-Angebot des Prime-Video-Channels Arthaus+ verfügbar. Der Mix aus Krimi und Melodrama spielt in der Franco-Ära und den 1990er-Jahren. Im Mittelpunkt stehen zwei Polizisten, deren Frauen und ein junger Ganove, der der beste Liebhaber der Welt werden will.
Platz 7: „La Mala Educación – Schlechte Erziehung“ (2004)
Originaltitel: „La mala educación“. Die IMDb-Wertung: 7,4 von 10 bei rund 66.000 Stimmen. Der 1 Stunde 46 Minuten lange Film läuft ebenfalls bei Arthaus+. Ein angeblicher Internatsfreund konfrontiert einen Regisseur mit Erinnerungen an die eigene Kindheit – an die katholische Erziehung und an sexuelle Übergriffe durch einen Priester.
Platz 6: „Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs“ (1988)
Originaltitel: „Mujeres al borde de un ataque de nervios“. 7,5 von 10 Punkten bei rund 51.000 Bewertungen, Laufzeit 1 Stunde 28 Minuten, ebenfalls bei Arthaus+. Die überdrehte Komödie erzählt von einer Schauspielerin, deren Mitbewohnerin wegen einer Liebesaffäre verschwindet. Bei der geplanten Wohnungsauflösung gerät sie in ein Chaos aus Missverständnissen und Turbulenzen.
Platz 5: „Leid und Herrlichkeit“ (2019)
Originaltitel: „Dolor y gloria“. 7,5 von 10 bei rund 67.000 Bewertungen, 1 Stunde 53 Minuten, Arthaus+. Das autobiografisch geprägte Werk handelt von einem Regisseur, der durch die Wiederaufführung eines drei Jahrzehnte alten Films auf sein Leben zurückblickt: auf die Kindheit, die wilde Movida-Bewegung nach dem Ende der Franco-Diktatur und das Altern.
Platz 4: „Volver – Zurückkehren“ (2006)
Originaltitel: „Volver“. 7,6 von 10 bei rund 113.000 Bewertungen, 2 Stunden 1 Minute, Arthaus+. Die groteske Komödie folgt zwei Schwestern, die aus Madrid ins Heimatdorf in La Mancha zurückkehren, um das Grab ihrer Familie zu pflegen. Beim Besuch der Tante werden Erinnerungen an eine dunkle Vergangenheit wach.
Platz 3: „Die Haut, in der ich wohne“ (2011)
Originaltitel: „La piel que habito“. 7,6 von 10 bei rund 181.000 Bewertungen, 2 Stunden Laufzeit, digital zu leihen oder zu kaufen. Der groteske Rache-Thriller zeigt eine schöne Frau als einzige Patientin einer Schönheitsklinik, in der sie von ihrem Chirurgen eifersüchtig bewacht wird.
Platz 2: „Alles über meine Mutter“ (1999)
Originaltitel: „Todo sobre mi madre“. 7,8 von 10 bei rund 110.000 Bewertungen, 1 Stunde 41 Minuten, Arthaus+. Nach dem Unfalltod ihres 17-jährigen Sohnes macht sich eine Mutter auf die Suche nach dessen verschollenem Vater – der nach einer geschlechtsangleichenden Operation nun Lola heißt. Auf ihrer Reise begegnet sie vielen Menschen und setzt sich mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinander.
Platz 1: „Sprich mit ihr“ (2002)
Originaltitel: „Hable con ella“. 7,9 von 10 bei rund 121.000 Bewertungen, 1 Stunde 52 Minuten, Arthaus+. Das Melodrama über Männerprojektionen erzählt von einem Krankenpfleger und einem Journalisten, die sich um zwei Koma-Patientinnen kümmern. Als der Pfleger eine der Frauen vergewaltigt haben soll, wird die Freundschaft der beiden Männer auf eine harte Probe gestellt.
Damit steht „Sprich mit ihr“ an der Spitze des IMDb-Rankings – vor dem Oscar-Preisträger „Alles über meine Mutter“. Wer Almodóvars Kino in seiner ganzen Bandbreite entdecken möchte, findet in dieser Liste acht lohnende Einstiegspunkte.



