Matthias Lilienthal: „Volksbühne mit neuer Generation neu erfinden“
Lilienthal: Volksbühne mit neuer Generation neu erfinden

Ein kühler Julimorgen in Kreuzberg. Kaum etwas los im Wasser, es ist auch noch früh. Um diese Zeit geht er gern schwimmen, sagt Matthias Lilienthal. Damit der Körper in Gang kommt. Der neue Intendant der Volksbühne eröffnet im August sein Schwimmbad am Rosa-Luxemburg-Platz. Ein Gespräch am Beckenrand über seine Pläne, Florentina Holzinger und überzogene Kritik an Berlin.

Neue Vision für die Volksbühne

Matthias Lilienthal, der im August die Intendanz der Volksbühne übernimmt, hat große Pläne: „Ich habe Lust, die Volksbühne mit einer neuen Generation noch mal neu zu erfinden“, sagt er im Gespräch mit dem Tagesspiegel. Der 58-jährige Theatermacher, der zuvor unter anderem die Münchner Kammerspiele leitete, will das Haus öffnen und jungen Künstlern eine Bühne bieten.

Sein Konzept sieht vor, die Volksbühne zu einem Ort der Begegnung und des Austauschs zu machen. Dazu gehört auch das Schwimmbad am Rosa-Luxemburg-Platz, das er im August eröffnet. „Das Schwimmbad ist ein Symbol für die Öffnung des Hauses“, erklärt Lilienthal. „Es soll ein Ort sein, an dem Menschen zusammenkommen, nicht nur um Theater zu sehen, sondern auch um zu schwimmen, zu reden und sich zu begegnen.“

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Kritik an Berlin und die Rolle von Florentina Holzinger

Lilienthal äußert sich auch zur aktuellen Kritik an der Berliner Kulturszene, die er als „überzogen“ bezeichnet. „Berlin ist eine Stadt, die sich ständig verändert und neu erfindet. Das ist ihre Stärke“, sagt er. „Die Kritik an der Stadt ist oft ungerechtfertigt und übersieht die vielen positiven Entwicklungen.“

Ein besonderes Augenmerk legt Lilienthal auf die Zusammenarbeit mit der Performancekünstlerin Florentina Holzinger. „Holzinger ist eine der aufregendsten Künstlerinnen ihrer Generation“, schwärmt er. „Ihre Arbeiten sind provokant, aber auch tiefgründig und politisch. Ich freue mich darauf, mit ihr an der Volksbühne zu arbeiten.“

Herausforderungen und Chancen

Die neue Intendanz bringt auch Herausforderungen mit sich. Die Volksbühne hat in den letzten Jahren einen Wandel durchgemacht, und Lilienthal muss das Haus neu positionieren. „Es geht nicht darum, alles Alte über Bord zu werfen, sondern das Beste aus der Vergangenheit mit neuen Ideen zu verbinden“, erklärt er.

Finanziell steht die Volksbühne vor schwierigen Zeiten. Die Berliner Kulturförderung ist begrenzt, und Lilienthal muss kreative Wege finden, um seine Vision zu verwirklichen. „Wir werden mit weniger Geld auskommen müssen, aber das kann auch eine Chance sein, neue Formen der Finanzierung und Zusammenarbeit zu entwickeln“, sagt er.

Mit Blick auf die Zukunft ist Lilienthal optimistisch: „Ich glaube an die Kraft des Theaters, Menschen zu bewegen und zu verändern. Die Volksbühne wird ein Ort sein, an dem das möglich ist.“

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