Nastassja Kinski: Ich traue Wim Wenders nicht – Streit um Nacktszene
Nastassja Kinski: Ich traue Wim Wenders nicht

Schauspielerin Nastassja Kinski (65) hat sich bei der Einweihung der Luxusvilla „Remus – The View“ auf Mallorca erstmals nach dem Deutschen Filmpreis öffentlich geäußert. Im Gespräch mit BILD machte sie deutlich, dass sie Regisseur Wim Wenders (80) nicht traut. Der seit Jahren schwelende Streit um den Film „Falsche Bewegung“ aus dem Jahr 1975, in dem Kinski als 13-Jährige nackt zu sehen ist, war bei der Preisverleihung offen ausgebrochen. Wenders hatte angekündigt, das Werk von allen Plattformen zu verbannen. Für Kinski ist das nur ein halber Erfolg: „Ich bin nur so halb zufrieden“, sagte sie zu BILD.

Kinski: Teilerfolg reicht nicht

Die jüngsten Entwicklungen betrachtet Kinski lediglich als ersten Schritt. „Ein Kind ist ein Kind. Es war jetzt ein Teilerfolg, denn es muss ja noch gelöscht werden.“ Bislang hatte Wenders die Löschung der umstrittenen Szene verweigert. Bei dem Event auf Mallorca forderte Kinski: „Er muss das Richtige tun und zwei Minuten schneiden. Ich kämpfe schon viele Jahre darum.“ Erst nach der Entfernung der Szene würde sie eine Entschuldigung des Regisseurs akzeptieren. „Schauen wir mal. Bis jetzt noch nicht passiert.“

Misstrauen gegenüber Wenders

Auf die Frage, wie sie die Entscheidung von Wenders bewerte, den gesamten Film zurückzuziehen, antwortete Kinski: „Er nimmt den ganzen Film zurück, hat er gesagt. Ich traue ihm aber nicht. Doch wenn er sein Herz auf dem richtigen Fleck hat, dann macht er das. Ich hätte mir das schon so lange gewünscht, aber ohne die Öffentlichkeit und ohne die große Bühne.“

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Nacktszene stand nicht im Drehbuch

Kinski blickt kritisch auf die Entstehung der Szene zurück. Nach ihren Angaben war die Sequenz nicht im Drehbuch vorgesehen. „Ich kann nur sagen, es war nicht im Buch. Meine Mutter und ich wussten es nicht. Mir wurde nicht gesagt, was gedreht werden soll. Und ja, wenn man ein Kind ist, dann ist man auch leicht verloren in so einer Situation und leichtgläubig. Wir hatten ihm vertraut.“

Signalwirkung für die Branche

Für die Schauspielerin geht es nicht nur um ihre eigene Geschichte. Sie sieht den Fall als Signal für die gesamte Filmbranche. Jungen Frauen und Mädchen, die heute in die Filmwelt einsteigen, möchte sie eine Botschaft mitgeben: „Den jungen Mädchen in der Branche würde ich raten, alles zu lesen und davon zu lernen. Ich will, dass meine Stimme auch anderen hilft.“

Der Streit um „Falsche Bewegung“ dürfte damit weitergehen. Während Kinski auf die endgültige Entfernung der Szene drängt, hat Wenders zuletzt eine breitere Debatte darüber angeregt, wie mit umstrittenen Werken des Filmerbes umzugehen ist. Die Einweihungsfeier der Villa „Remus – The View“ bot Kinski die Bühne, ihre Position klar zu machen. Gastgeber Marcel Remus (39) zeigte sich solidarisch mit der Schauspielerin.

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