In Taucha bei Leipzig entsteht derzeit ein buddhistischer Tempel, der ohne Schrauben und Nägel auskommt. Die traditionelle Pagode wird von vietnamesischen Handwerkern errichtet, die ihr Wissen ausschließlich im Kopf tragen – es gibt keinen Bauplan. Initiator Quang Vinh Dao, der seit 2003 in Taucha lebt, erklärte: „Diese Pagode steht für den Wunsch, einen dauerhaften Ort des Buddhismus und der Begegnung zwischen Vietnam und Deutschland zu schaffen.“ Der Tempel soll ein Zeichen für Toleranz, Offenheit und Respekt vor anderen Kulturen setzen.
Komplizierter Weg nach Sachsen
Der Tempel wurde in Vietnam gefertigt, anschließend in Einzelteile zerlegt und bereits 2018 in neun Containern nach Deutschland verschifft. Doch dann begannen die Schwierigkeiten: „Die Visa für die Arbeiter aus Vietnam dauerten sehr lange und dann kam Corona und die Baugenehmigung war abgelaufen“, berichtete Dao. Die Handwerker mussten zwingend aus Vietnam kommen, da nur sie die spezielle Bauweise beherrschen, die ohne Schrauben und Nägel auskommt. „Es gibt keinen Plan und keine Bauzeichnung. Die Arbeiter haben es alles im Kopf“, so Dao. Lediglich die Statik, die Genehmigungsplanung und die technische Koordination lagen in den Händen deutscher Fachplaner.
Geschenk aus Vietnam
Der Tempel ist ein Geschenk aus Vietnam, wie Dao betonte. Der Rest der Kosten wird durch Spenden finanziert. Genaue Angaben zur Höhe der Gesamtkosten konnte er nicht machen. Der eigentliche Tempel soll Ende des Jahres fertiggestellt werden – dann laufen auch die Visa der vietnamesischen Handwerker aus. Anschließend folgen die Nebengebäude. Die gesamte Anlage soll 2028 eröffnet werden. „Es wird ein Ort für Begegnungen, Seminare und Meditation“, sagte Dao. In Taucha findet bereits jedes Jahr ein buddhistischer Kongress statt, zu dem mehrere hundert Menschen aus aller Welt kommen.



