Der Theatersommer Netzeband feiert in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen. Die Jubiläumssaison startet am Freitag im Gutspark mit dem Operndrama „Die Nacht des Schicksals“. Laut den Veranstaltern tragen die Darsteller dabei Masken, die „singen lernen“ sollen. Die besondere Maskentechnik ist ein Markenzeichen der Theatergruppe, die ihre Requisiten in einer eigenen Werkstatt entwickelt.
Ein Theaterabend unter freiem Himmel
Der Gutspark von Netzeband bietet eine der ungewöhnlichsten Freilichtbühnen Brandenburgs. Die Spielfläche erstreckt sich von der Wiese bis zur Rotbuche und erreicht eine beeindruckende Bühnentiefe von 150 Metern. Die Veranstalter schwärmen: „Alles offen, ohne Wände, ohne Decke – wie ein einziges, überwältigendes Breitwandkino.“ Erlebt das Publikum die Vorstellungen in der Dämmerung, entfaltet der Park eine ganz eigene Atmosphäre, die sich von herkömmlichen Theatersälen grundlegend unterscheidet.
Bereits Tausende Menschen haben in den vergangenen Jahren die Theaterabende im Gutspark besucht. Der Theatersommer ist damit eines der kulturellen Aushängeschilder im Norden Brandenburgs. Seit drei Jahrzehnten zieht das Ensemble das Publikum mit einem Mix aus Klassikern, Opern und modernen Stücken an. Die Kombination aus natürlicher Kulisse und professioneller Darbietung begeistert Besucherinnen und Besucher aus der gesamten Region.
Ein Gemeinschaftsprojekt mit langer Tradition
Hinter dem Theatersommer Netzeband stehen keine großen Theaterhäuser, sondern ein engagiertes Team aus Regisseuren, Schauspielerinnen und Schauspielern, Maskenbauern, Technikern, Kostüm- und Bühnenbildnern sowie Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohnern. „Viele sind seit Jahren dabei, einige sogar von Anfang an“, schreiben die Theatermacher. Diese Mischung aus Profis und Helfern vor Ort macht den besonderen Charme des Festivals aus. Die Arbeit in den verschiedenen Gewerken trägt dazu bei, dass jede Produktion zu einem einzigartigen Erlebnis wird.
Die Masken, die in den Inszenierungen zum Einsatz kommen, werden in der hauseigenen Werkstatt gefertigt. Sie sind weit mehr als einfache Accessoires: Sie verwandeln die Darsteller und unterstreichen die theatrale Wirkung. Dass die Masken „singen lernen“, ist ein Hinweis auf die aufwendige Konstruktion, die den Sängern das Spielen und Singen zugleich ermöglicht. Die Werkstattarbeit erfordert viel Handwerk, Geduld und Kreativität – Eigenschaften, die das Ensemble seit 30 Jahren auszeichnen.
Weitere Highlights der Jubiläumssaison
Neben der Eröffnung mit „Die Nacht des Schicksals“ lockt der Theatersommer in diesem Jahr mit weiteren Produktionen. So steht unter anderem eine Aufführung von „Hänsel und Gretel“ auf dem Programm, ein Klassiker für die ganze Familie. Gerade für Kinder ist die Open-Air-Atmosphäre im Gutspark ein besonderes Erlebnis. Den Abschluss der Saison bildet am 5. September ein Tom-Waits-Abend in Netzeband, der Liebhaber des Liedermachers nicht verpassen sollten.
Der Theatersommer Netzeband findet im Gutspark des Ortes statt, der im Norden Brandenburgs liegt. Die Vorstellungen beginnen jeweils in der Dämmerung und bieten so ein besonderes Naturerlebnis. Wer dabei sein möchte, kann sich auf einen Abend zwischen Bäumen und Bühnenzauber freuen. Die Organisatoren weisen darauf hin, dass die Plätze in der weitläufigen Anlage begrenzt sind und sich ein frühzeitiges Kommen empfiehlt.



