Wacken bebt wieder! Vom 29. Juli bis 1. August 2026 verwandelt sich das 2000-Einwohner-Dorf in Schleswig-Holstein erneut in die Metal-Hauptstadt der Welt. Rund 85.000 Fans in Gummistiefeln und Kutte werden erwartet. Doch obwohl alle von außen gleich aussehen mögen, tummeln sich auf dem Festival ganz unterschiedliche Charaktere.
Fünf Metal-Typen identifiziert
Der Psychologe und Autor Dr. Nico Rose hat für sein Buch „Hard, Heavy & Happy“ rund 6000 Metal-Fans befragt und daraus fünf typische Metal-Personas entwickelt. Diese treffen auf dem Wacken Open Air aufeinander. Rose beschreibt sie als „eine bunte Mischung aus Tradition und Moderne“. Jeder Typ hat seine eigenen Vorlieben bei Musik, Kleidung und Lebensstil.
Man of War – der entspannte Traditionalist
„True, truer, am truesten“, beschreibt Rose diesen Typ. Der „Man of War“ liebt klassischen 80er-Metal, Power- und True-Metal sowie Thrash. Mit Metalcore oder Nu Metal kann er dagegen wenig anfangen – das ist für ihn „neumodisches Gedöns“. Mit durchschnittlich 40 Jahren zählt er eher zu den älteren Fans. Auffällig: Laut Rose ist der „Man of War“ der ausgeglichenste und entspannteste Typ der Metal-Szene. Er ist mit sich und der Welt im Reinen.
Gothic Girl – die Düstere
Samt, Seide und dunkle Kleidung gehören für sie genauso dazu wie Folk-, Gothic- und Industrial Metal. Thrash Metal spielt dagegen kaum eine Rolle. Mit durchschnittlich 35 Jahren ist „Gothic Girl“ die jüngste der fünf Gruppen. Sie ist außerdem der einzige Typ, bei dem Frauen leicht in der Mehrheit sind. Laut Rose ist sie im Durchschnitt am wenigsten zufrieden mit ihrem Leben. CDs und Schallplatten? Davon besitzt „Gothic Girl“ am wenigsten. Sie lebt eher im Hier und Jetzt.
Man in Black – der Hardcore-Fan
Black, Death und Doom Metal – genau hier fühlt sich der „Man in Black“ zu Hause. Happy Metal ist ihm ein Gräuel; schon bei Helloween oder Sabaton bekomme dieser Typ „Würgereiz“, schreibt Rose. Er ist der größte Metal-Nerd unter den fünf Gruppen: Er geht am häufigsten auf Festivals und Konzerte, besitzt besonders viele Band-Shirts und Tonträger. Rund jeder Dritte spielt sogar selbst in einer Band oder zumindest ein Instrument. Mit durchschnittlich 39 Jahren und einem Männeranteil von 77 Prozent ist er der „männlichste“ der fünf Typen.
Post-Man & Post-Girl – die Modernen
„Post-Man oder Post-Girl stehen auf Metalcore und Groove Metal“, so Rose. Dieser Typ kommt sowohl bei Männern als auch bei Frauen vor. Mit durchschnittlich 37 Jahren gehören sie zu den jüngeren Festivalgästen. Außerdem gelten sie als die extrovertiertesten Metal-Fans. Bands wie Slipknot oder Korn sind ihr tägliches Brot.
Rocka Rolla – der Oldschool-Rocker
„Welcome to the Old School“, schreibt Rose über diesen Typ. AC/DC, Black Sabbath, Motörhead, Deep Purple und die frühen Metallica-Alben laufen bei ihm rauf und runter. Metalcore? „Kinderkacke“, heißt es augenzwinkernd. Mit durchschnittlich 42 Jahren ist der „Rocka Rolla“ der älteste der fünf Typen und kommt sowohl in männlicher als auch in weiblicher Variante vor. Weil er im Schnitt älter ist, zählt er eher zu den Gutverdienern der Szene. Außerdem gilt er als besonders gewissenhaft und verträglich. Von allen fünf Metal-Personas erlebt der „Rocka Rolla“ die meisten positiven Emotionen und empfindet sein Leben am häufigsten als sinnstiftend. Er ist der glücklichste Metaller auf dem Festival.



