Vincent Pastore ist tot. Der US-Schauspieler, der in der Kultserie „Die Sopranos“ die Rolle des Salvatore „Big Pussy“ Bonpensiero spielte, starb im Alter von 80 Jahren. Sein Manager Robert Attermann bestätigte der „New York Times“, dass Pastore in seinem Haus im New Yorker Stadtteil Bronx gestorben ist. Freunde hätten ihn am Samstag leblos gefunden, berichtete die Zeitung unter Berufung auf den Manager.
Damit verliert die Filmbranche einen Charakterdarsteller, der wie kaum ein Zweiter für die Darstellung italienisch-amerikanischer Gangster stand. Pastore hatte diese Rolle über viele Jahre perfektioniert – sowohl im Kino als auch im Fernsehen.
Vom Chauffeur zum Schauspieler
Bemerkenswert ist, dass Pastore seine künstlerische Laufbahn erst mit über 40 Jahren begann. Zuvor hatte er sich mit anderen Tätigkeiten über Wasser gehalten: Er arbeitete als Limousinenchauffeur und als Manager eines Nachtclubs. Zudem besaß er einen Club in New Rochelle im Bundesstaat New York, wie die „New York Times“ berichtete.
Den entscheidenden Impuls für seine Karriere gaben ihm die Schauspieler Matt und Kevin Dillon. Die Brüder, die ihn aus seiner Zeit als Chauffeur kannten, waren von seinem Charisma so überzeugt, dass sie ihn zu Castings drängten. Dieses Zutrauen zahlte sich aus: Pastore erhielt Rollen in Martin Scorseses Mafia-Klassiker „Goodfellas“ (1990) und in Woody Allens Krimikomödie „Manhattan Murder Mystery“.
Diese frühen Auftritte brachten ihn auf die Rolle, die fortan sein Markenzeichen werden sollte: der täuschend echte, raubeinige Gangster. Pastore wurde in den folgenden Jahren häufig für solche Figuren gebucht, und sein Gesicht wurde zum Inbegriff des Mafia-Gangsters in Hollywood.
Durchbruch mit „Die Sopranos“
Seinen größten Erfolg feierte Pastore mit der HBO-Serie „Die Sopranos“, die von 1999 bis 2007 ausgestrahlt wurde und als eine der einflussreichsten Serien der Fernsehgeschichte gilt. In dieser Serie spielte er Salvatore „Big Pussy“ Bonpensiero, einen engen Verbündeten des Mafia-Bosses Tony Soprano.
Die Figur des „Big Pussy“ ist eine der schillerndsten der Serie: Vom Vertrauten des Mafia-Bosses wird er zum FBI-Informanten und verrät die kriminellen Machenschaften seiner Bande. Nach zwei Staffeln fliegt sein Verrat auf: Er wird entdeckt und ermordet. Diese Handlung machte Pastore zu einem der bekanntesten Gesichter der Serie und etablierte ihn endgültig als Kultfigur.
Obwohl „Die Sopranos“ sein berühmtestes Werk blieb, prägte Pastore über Jahrzehnte hinweg das Bild des amerikanischen Gangsterkinos und -fernsehens mit. Er wurde oft als Mafia-Gangster gecastet und entwickelte sich zu einem gefragten Charakterdarsteller, der auch in kleineren Rollen zu überzeugen wusste.
Privates und Vermächtnis
Über sein Privatleben ist nur wenig bekannt. Pastore war geschieden und hinterlässt eine Tochter. Die genauen Umstände seines Todes wurden zunächst nicht mitgeteilt. Sein Manager bestätigte lediglich die Nachricht und gab keine weiteren Details bekannt.
Mit Vincent Pastore verliert Hollywood einen Darsteller, der das Genre des Mafiafilms entscheidend mitgeprägt hat. Seine Darstellung des „Big Pussy“ in den „Sopranos“ wird unvergessen bleiben und hat Generationen von Zuschauern beeinflusst. Er zeigte, dass ein vermeintlicher Nebencharakter durch Präsenz und Authentizität zur Kultfigur werden kann.
Die Nachricht von seinem Tod verbreitete sich rasch und löste in der Branche Bestürzung aus. Pastores Werk bleibt in Filmarchiven und Streamingdiensten lebendig – ein bleibendes Vermächtnis eines Ausnahmeschauspielers, der seinen eigenen Weg gegangen ist.



