Rockpionierin Inga Rumpf wird 80: „Bedaure überhaupt nichts“
Rockpionierin Inga Rumpf wird 80: „Bedaure überhaupt nichts“

Am 2. August feiert Inga Rumpf ihren 80. Geburtstag. Die Rockpionierin aus Hamburg, die mit Bands wie Frumpy und Atlantis Musikgeschichte schrieb, blickt auf ein bewegtes Leben zurück – ohne jede Reue. „Bedaure überhaupt nichts“, sagt sie im Gespräch mit der Augsburger Allgemeinen. Und das ist keine Floskel, sondern ihr Lebensmotto.

Geboren 1946 in Hamburg, entdeckte Rumpf früh ihre Liebe zum Rock ’n’ Roll. In den späten 1960er Jahren gehörte sie zu den ersten deutschen Sängerinnen, die sich in der von Männern dominierten Rockwelt behaupteten. Gemeinsam mit ihrem damaligen Partner und Musiker Jean-Jacques Kravetz gründete sie 1969 die Band Frumpy. Mit einer Mischung aus Blues, Rock und progressiven Elementen wurde die Gruppe schnell zum Aushängeschild der deutschen Krautrock-Szene.

Ein Leben für die Musik

Frumpy veröffentlichte zwischen 1970 und 1972 insgesamt drei Studioalben, die allesamt als Meilensteine des deutschen Rocks gelten. Rumpfs unverwechselbare Stimme, mal rau, mal zart, zog das Publikum in ihren Bann. Doch nach nur wenigen Jahren trennten sich die Wege der Musiker. Rumpf gründete daraufhin mit anderen Musikern die Band Atlantis, die ebenfalls mehrere Alben einspielte und international tourte. Auch dieser Abschnitt ihrer Karriere war von Erfolg gekrönt.

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In den späten 1970er und 1980er Jahren startete Rumpf eine Solokarriere. Sie arbeitete mit zahlreichen internationalen Größen zusammen, darunter Musiker aus den USA und Großbritannien. Ihre Alben zeigten eine gereifte Künstlerin, die sich zwischen Blues, Soul und Rock souverän bewegte. Mehr als 30 Plattenveröffentlichungen sind über die Jahre zusammengekommen – eine beeindruckende Bilanz für eine Frau, die sich nie verbiegen ließ.

Keine Reue, nur Dankbarkeit

Auf die Frage, ob sie in ihrem Leben etwas anders machen würde, antwortet Rumpf ohne Zögern: „Nein, ich bereue überhaupt nichts. Jede Entscheidung, jeder Umweg hat mich dorthin gebracht, wo ich heute bin.“ Diese Haltung prägt ihren Umgang mit den Tücken des Musikgeschäfts: Plattenfirmen, die Druck ausübten, persönliche Krisen und gesundheitliche Rückschläge – all das gehört zu ihrer Geschichte. Doch Rumpf hat gelernt, diese Erfahrungen als Teil ihres Weges zu akzeptieren.

Heute lebt die Künstlerin zurückgezogen, verfolgt aber das Musikgeschehen weiterhin aufmerksam. Gelegentlich tritt sie sogar noch live auf, wie zuletzt bei Konzerten in ihrer Wahlheimat Hamburg. Die Anerkennung, die ihr in den letzten Jahren von der Kritik und vom Publikum entgegengebracht wird, erfüllt sie mit Demut. „Ich habe nie erwartet, dass meine Musik so lange nachwirken würde“, gesteht sie.

Ein Vorbild für Generationen

Inga Rumpf hat die deutsche Rockgeschichte entscheidend mitgeprägt. Frumpy gilt als eine der wichtigsten Bands der frühen 1970er Jahre, die den Weg für eine eigenständige deutsche Rockszene ebnete. Viele jüngere Musikerinnen und Musiker nennen Rumpf als Vorbild – nicht nur wegen ihrer stimmlichen Fähigkeiten, sondern auch wegen ihrer kompromisslosen Haltung. Sie habe nie versucht, sich anzupassen, sondern immer ihren eigenen Stil gefunden, heißt es in der Fachpresse.

Ihren 80. Geburtstag hat Rumpf übrigens im kleinen Kreis gefeiert, wie sie erzählt. Die Glückwünsche von Wegbegleitern und Fans erreichten sie aus aller Welt. „Ich hätte mir niemals träumen lassen, dass mir so viel Zuneigung entgegengebracht wird“, sagt sie sichtlich bewegt. „Das ist das größte Geschenk, das man mir machen kann.“

Am Ende des Gesprächs wiederholt die Rockpionierin noch einmal ihre Lebenseinstellung: „Ich habe gelebt, was ich wollte. Und ich würde es genau wieder so tun.“ Mit diesen Worten verabschiedet sich Inga Rumpf – eine Frau, die mit ihrer Musik und ihrer Authentizität Generationen berührt hat.

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