Der US-Schauspieler Vincent Pastore ist tot. Er starb im Alter von 80 Jahren, wie sein Agent Robert Attermann bestätigte. Nach übereinstimmenden Medienberichten wurde Pastore leblos in seiner Wohnung in New York aufgefunden. Die Nachricht löste Bestürzung in der Film- und Fernsehbranche aus.
Mit „Big Pussy" zum Kultstatus
Pastore wurde einem Millionenpublikum durch die HBO-Serie „The Sopranos" bekannt. Von 1999 bis 2007 verkörperte er den Mafioso Salvatore „Big Pussy" Bonpensiero, ein Mitglied der Mafia-Familie unter dem Boss Tony Soprano. Die von David Chase entwickelte Serie gilt als Meilenstein der Fernsehgeschichte. Insgesamt entstanden sechs Staffeln und 86 Episoden. Zu Beginn der Serie war Pastore 53 Jahre alt.
„Big Pussy" war ein vertrauter Begleiter Tonys, bis er als FBI-Informant enttarnt wurde. Sein Spitzname wurde in der Serie durch eine Tätowierung erklärt. Pastore machte aus seiner Rolle keinen Hehl und scherzte in Interviews oft darüber.
Die berühmte Todesszene
Am Ende der zweiten Staffel wird Big Pussys Doppelleben aufgedeckt. In einer der emotionalsten Szenen der Serie wird er von seinen eigenen Leuten auf einem Boot hingerichtet. Sein letzter Satz: „Nicht ins Gesicht, ja?" – dann fallen mehrere Schüsse. Die Szene zählt bis heute zu den meistdiskutierten der Fernsehgeschichte. Kritiker lobten Pastore für die Mischung aus Bedrohung und Verletzlichkeit. Für viele Zuschauer war der Tod der Figur ein Schock, da Big Pussy bis dahin als unverwundbar galt.
Vom Militär zur Schauspielerei
Vincent Pastore wurde 1946 im New Yorker Stadtteil Bronx geboren. Er stammte aus einer italienisch-amerikanischen Familie und diente bei der US-Marine. Anschließend arbeitete er als Nachtclubbesitzer, bevor er die Schauspielerei entdeckte. Sein kräftiger Körperbau und seine markante Stimme prädestinierten ihn für Rollen als Gangster oder Polizist. Sein Weg vom Nachtclubbesitzer zum gefeierten Fernsehstar ist ungewöhnlich und zeigt seine Entschlossenheit.
Größere Aufmerksamkeit erlangte er durch Nebenrollen in „GoodFellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia" (1990) unter der Regie von Martin Scorsese und „Carlito's Way" (1993) von Brian De Palma. Diese Auftritte etablierten ihn als gefragten Charakterdarsteller im Mafia-Genre.
Reality-TV und späte Auftritte
Nach dem Ende von „The Sopranos" war Pastore auch im Reality-TV zu sehen. Er nahm unter anderem an „The Celebrity Apprentice" teil, das damals von Donald Trump moderiert wurde. Seine direkte Art sorgte in der Show für Unterhaltung und zeigte seine Vielseitigkeit.
In seinen letzten Jahren blieb er der Branche als Gastdarsteller und Interviewpartner verbunden. Seine Schauspielerei war seine große Leidenschaft, wie aus den Reaktionen nach seinem Tod hervorgeht.
Würdigung des Agenten
Robert Attermann, langjähriger Agent von Pastore, würdigte ihn mit den Worten: „Er hatte eine Leidenschaft für sein Handwerk und war immer ermutigend, respektvoll und großzügig gegenüber jungen Schauspielern, nahm sich die Zeit, ihnen Rat und Unterstützung zu geben, wann immer er konnte." Diese Worte zeichnen das Bild eines bescheidenen Mannes, der im Rampenlicht stand, aber nie die Bodenhaftung verlor.
Mit Vincent Pastore verliert die Filmwelt einen Darsteller, der mit „Big Pussy" eine unvergessliche Figur geschaffen hat. Seine Leistung in „The Sopranos" wird noch Generationen von Zuschauern in Erinnerung bleiben. Sein Tod bedeutet für viele Fans das Ende einer Ära, aber sein Werk bleibt unvergessen.



