Wacken Open Air räumt Fehler bei politischen Aufnähern ein
Wacken Open Air räumt Fehler bei politischen Aufnähern ein

Die Organisatoren des Wacken Open Air haben eingeräumt, dass Sicherheitskräfte auf dem Festivalgelände in Einzelfällen unangemessen reagiert haben. Nachdem Berichte über abgenommene politische Aufnäher die Runde machten, sprach Veranstaltungsleiter Daniel Schlatter von einem Fehler im Vorgehen.

„Dass da Patches weggenommen worden sind, war nicht richtig, ist aber passiert“, sagte Schlatter der Deutschen Presse-Agentur. Man habe die Unterweisung der Sicherheitsdienste überprüft und nachgesteuert, um künftig derartige Vorfälle zu verhindern. Festivalgründer Thomas Jensen stellte klar, dass die Veranstaltung für Völkerverständigung stehe.

Ärger über abgenommene Aufnäher

Auf sozialen Netzwerken hatten sich Besucherinnen und Besucher beschwert, sie seien von Ordnungskräften aufgefordert worden, politisch linksorientierte Botschaften von ihrer Kleidung zu entfernen. Die Aufregung war groß, das Festival-Team reagierte umgehend. Die Vorfälle sorgten für Diskussionen über die Grenzen politischer Äußerungen bei Großveranstaltungen.

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Thomas Jensen betonte, das W:O:A sei ein Ort der Toleranz. „Die Veranstaltung ist ein Statement für Völkerverständigung“, sagte er. Mit Blick auf den Verlauf der Jubiläumsausgabe fügte er hinzu: „Dass es so gut wird, habe ich natürlich nicht gedacht. Das Wetter hat mitgespielt und wir haben epische, fantastische Shows gesehen.“

Hitze und Drohnen: Einsatzzahlen im Überblick

Das 35. Wacken Open Air in Schleswig-Holstein war mit 85.000 Metalfans erneut ausverkauft. Die Besucher erlebten ein Wochenende mit zeitweise mehr als 30 Grad Celsius. Dennoch blieb die Zahl hitzebedingter Notfälle gering: Laut Rettungsdienstleiter Volker Böhm mussten nur 15 Fans wegen Hitzenotfällen behandelt werden.

Bis 14 Uhr verzeichnete der Rettungsdienst insgesamt rund 3.500 Einsätze, darunter etwa 160 wegen allgemeiner medizinischer Probleme. Viele weitere Hilfsleistungen waren kleinerer Natur. Die Bilanz des Rettungsdienstes fiel damit positiver aus als angesichts der Temperaturen zu befürchten war.

Polizei: Mehr Drohnenverstöße als im Vorjahr

Die Polizei zeichnete bis 11 Uhr 226 Einsätze auf – im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 187. Nach Angaben von Polizeidirektionsleiter Frank Mathiesen handelte es sich vor allem um Unterstützungseinsätze, es habe aber auch ein paar mehr Einsätze außerhalb des Geländes gegeben. Auffällig war die Zunahme unerlaubter Drohnenflüge über dem Festivalgelände. „Und wir hatten auffällig mehr Einsätze im Zusammenhang mit unzulässigen Drohnensteigungen“, erklärte Mathiesen.

Die Drohnenpilotinnen und -piloten, meist „ahnungslose Hobbypiloten“, müssen nun mit Bußgeldern rechnen. Abgesehen von diesen Vorfällen verlief das Festival aus Sicht von Polizei und Veranstaltern ruhig. Vor den letzten Konzerten zeigten sich alle Beteiligten zufrieden.

Ein Festival mit Geschichte

Seit der ersten Ausgabe im Jahr 1990 hat sich das Wacken Open Air von einer kleinen Zusammenkunft zu einem der größten Heavy-Metal-Festivals weltweit entwickelt. Das Dorf Wacken in Schleswig-Holstein wird während der Festtage zum Treffpunkt von Zehntausenden Fans aus aller Welt. Auch in diesem Jubiläumsjahr standen epische Shows und die Gemeinschaft der Metal-Fans im Mittelpunkt.

Die Organisatoren zeigten sich zum Abschluss erleichtert, dass das Festival nach den Diskussionen an den ersten Tagen ohne größere Zwischenfälle zu Ende ging. Die Kombination aus Musik, internationaler Begegnung und der Bereitschaft, Fehler einzuräumen, prägte das Bild des 35. Wacken Open Air.

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