Dark Tourism boomt: Warum uns Orte des Grauens magisch anziehen
Dark Tourism boomt: Warum uns Orte des Grauens anziehen

Dark Tourism auf dem Vormarsch

Immer mehr Menschen zieht es zu Orten, die mit Leid, Tod und Tragödien verbunden sind. Ob die ehemalige Gefängnisinsel Alcatraz, die Gedenkstätte Hiroshima oder ein ehemaliges Konzentrationslager – Dark Tourism erlebt einen regelrechten Boom. Tourismus-Experte Prof. Stefan Küblböck erklärt die Hintergründe dieser Entwicklung.

Warum fasziniert uns das Grauen?

Laut Prof. Küblböck liegt die Anziehungskraft solcher Orte in der menschlichen Neugier und dem Bedürfnis, Geschichte hautnah zu erleben. „Wir wollen verstehen, was damals passiert ist, und die Emotionen spüren, die mit diesen Ereignissen verbunden sind“, so der Experte. Diese Art des Tourismus ermögliche es, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und aus ihr zu lernen.

Beliebte Ziele des Dark Tourism

Zu den bekanntesten Zielen zählen Alcatraz in San Francisco, die Atombomben-Gedenkstätte in Hiroshima sowie verschiedene KZ-Gedenkstätten in Deutschland und Polen. Auch die Ruinen von Pompeji oder die Ground Zero Memorial in New York verzeichnen steigende Besucherzahlen. Die Zahlen sprechen für sich: Allein Hiroshima zog 2025 über 1,7 Millionen Besucher an, ein Anstieg von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

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Kritik und ethische Fragen

Dark Tourism steht jedoch auch in der Kritik. Manche werfen den Besuchern vor, aus dem Leid anderer Profit zu schlagen oder die Orte nicht respektvoll zu behandeln. Prof. Küblböck betont: „Es kommt auf die Art des Besuchs an. Wenn Menschen mit Respekt und dem Wunsch nach Bildung kommen, ist das positiv. Problematisch wird es, wenn die Orte zur bloßen Sensationsgier genutzt werden.“ Viele Gedenkstätten setzen daher auf strenge Verhaltensregeln und pädagogische Angebote.

Ein wachsender Trend mit Zukunft

Der Trend zu Dark Tourism wird sich laut Experten fortsetzen. „Die Nachfrage nach authentischen und emotionalen Reiseerlebnissen steigt stetig“, so Küblböck. Reiseveranstalter reagieren bereits mit speziellen Touren, die historische Tragödien thematisieren. Dabei ist es wichtig, das Gleichgewicht zwischen Gedenken und Kommerz zu wahren. Der Experte empfiehlt Reisenden, sich vorab über die Geschichte des Ortes zu informieren und sich bewusst zu machen, dass es sich nicht um ein gewöhnliches Ausflugsziel handelt.

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