Erdbeben der Stärke 5,0 erschüttert Ägypten bis nach Kairo
Erdbeben der Stärke 5,0 erschüttert Ägypten bis nach Kairo

Ein Erdbeben hat in der Nacht den Nordosten Ägyptens erschüttert. Nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS hatte das Beben eine Stärke von 5,0. Das Helmholtz-Zentrum für Geoforschung (GFZ) in Potsdam registrierte mit 5,1 einen geringfügig höheren Wert. Das Epizentrum lag rund 30 Kilometer östlich der am Suezkanal gelegenen Ortschaft Fajed in etwa zehn Kilometern Tiefe.

Zwei Erdbebenwarten, eine Sache

Die leicht unterschiedlichen Angaben zur Magnitude sind nicht ungewöhnlich. Die USGS und das GFZ nutzen jeweils eigene Verfahren zur Bestimmung der Erdbebenstärke. Eine Differenz von 0,1 liegt im Rahmen der Messtoleranz. Beide Institute veröffentlichten ihre Messdaten unmittelbar nach dem Ereignis. Für die Bewertung der potenziellen Gefahr sind die Werte nahezu identisch: Es handelte sich um ein mittelstarkes Beben.

Großraum Kairo: Millionen Menschen spüren die Erde beben

Die Erschütterungen waren bis in die ägyptische Hauptstadtregion zu spüren, in der mehr als 20 Millionen Menschen leben. Ägypten insgesamt zählt rund 110 Millionen Einwohner. Damit gehört der Großraum Kairo zu den bevölkerungsreichsten Ballungsräumen Afrikas. Die Zahl von 20 Millionen Einwohnern macht die Region zu einer der am dichtesten besiedelten der Welt. In den dicht bebauten Vierteln der Megacity können selbst moderate Erdstöße für Unruhe sorgen – insbesondere in der Nacht, wenn viele Menschen in ihren Wohnungen schlafen. Berichte über Verletzte, Todesopfer oder größere Schäden lagen zunächst nicht vor. Dennoch dürfte das Beben bei vielen Anwohnern ein mulmiges Gefühl hinterlassen haben.

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Warum das Beben so deutlich wahrgenommen wurde

Die USGS verortete den Ursprung des Bebens in einer Tiefe von etwa zehn Kilometern. Das ist für ein Erdbeben vergleichsweise oberflächennah. Je näher der Erdbebenherd an der Erdoberfläche liegt, desto kürzer ist der Weg, den die seismischen Wellen durch das Gestein zurücklegen. Dadurch verlieren sie weniger Energie und die Erschütterungen werden intensiver wahrgenommen als bei einem gleich starken Beben in größerer Tiefe. Die Intensität hängt zudem von den örtlichen Bodenverhältnissen ab. In weichen Sedimentböden können sich die Wellen verstärken. Dies erklärt, warum die Erdstöße noch in der weit entfernten Hauptstadt Kairo zu spüren waren, obwohl das Epizentrum in der Nähe des Suezkanals lag.

Seltene Erdbeben in einer geologisch aktiven Zone

Stärkere Erdbeben sind in Ägypten und anderen Teilen Nordafrikas vergleichsweise selten. Vollständig gefeit ist die Region jedoch nicht. Vor allem der Osten Ägyptens liegt in einem geologisch aktiven Gebiet rund um das Rote Meer, den Golf von Suez und den Golf von Akaba. Dort bewegen sich die afrikanische und die arabische Platte auseinander. Diese Plattentektonik erzeugt Spannungen im Untergrund, die sich immer wieder in Erdbeben entladen. Die Region am Suezkanal ist Teil dieses aktiven Riftsystems, das sich bis nach Ostafrika erstreckt. Die Bewegungen der Erdplatten sind langsam, aber stetig; die Spannungen entladen sich nicht kontinuierlich, sondern in Schüben.

Was die Stärke 5,0 für die Region bedeutet

Die Magnitude – heute meist als Momenten-Magnituden-Skala angegeben – misst die bei einem Erdbeben freigesetzte Energie. Ein Beben der Stärke 5,0 gilt als mittelstark. Es kann in der Nähe des Epizentrums Gebäude beschädigen und Gegenstände umstürzen lassen. Zum Vergleich: Ein Beben der Stärke 6,0 setzt rund 30-mal mehr Energie frei. Aufgrund der geringen Tiefe und der Nähe zu dicht besiedelten Gebieten war die Intensität der Erschütterungen in Ägypten deutlich höher, als die Magnitude allein vermuten lässt.

Bislang keine Schäden – Behörden werten Daten aus

Ersten Meldungen zufolge gab es weder Todesopfer noch größere Zerstörungen. Auch aus den Küstenorten am Suezkanal wie Fajed wurden keine Schäden gemeldet. Die zuständigen Behörden und Seismologen werten die Daten des Bebens weiterhin aus. Eine Entwarnung für die Region wäre jedoch verfrüht: Nachbeben sind möglich, auch wenn sie in der Regel schwächer ausfallen. Für die Menschen in Ägypten ist das Beben eine Erinnerung daran, dass die Erde auch in Regionen mit seltenen Erdstößen jederzeit beben kann. Die Messungen der Erdbebenwarten dienen als Grundlage für die Risikobewertung ähnlicher Ereignisse in der Zukunft.

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