Kuba: Dritter Blackout in neun Tagen – Stromnetz kollabiert
Kuba: Dritter Blackout in neun Tagen

Am Dienstag ist in Kuba erneut landesweit der Strom ausgefallen. Es ist der dritte Blackout innerhalb von neun Tagen. Das Stromnetz der Karibikinsel brach am Morgen zusammen, wie die staatliche Elektrizitätsunion (UNE) mitteilte. Betroffen waren rund elf Millionen Menschen. Die Behörden arbeiten mit Hochdruck an der Wiederherstellung der Stromversorgung, konnten aber zunächst keine Prognose abgeben, wann der Strom wieder fließen wird.

Marode Infrastruktur und US-Blockade als Ursachen

Hauptgründe für die chronischen Ausfälle sind die veraltete Infrastruktur und die US-Ölblockade. Kubas Kraftwerke sind über Jahrzehnte nicht modernisiert worden. Viele Anlagen stammen noch aus der Sowjetzeit und sind störanfällig. Hinzu kommt, dass Kuba aufgrund der US-Sanktionen kaum Ersatzteile oder Treibstoff importieren kann. Die Blockade erschwert den Zugang zu Öl, das für die Stromproduktion dringend benötigt wird.

„Die US-Blockade ist die Hauptursache für die Energiekrise“, sagte der kubanische Energieminister Vicente de la O Levy in einer Stellungnahme. „Sie verhindert, dass wir unsere Kraftwerke warten und modernisieren können.“ Ohne die Blockade wäre Kuba in der Lage, die Stromversorgung stabil zu halten, so der Minister.

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Wachsende Frustration in der Bevölkerung

Die wiederholten Blackouts führen zu wachsender Frustration in der Bevölkerung. Viele Kubaner sind seit Tagen ohne Strom, was den Alltag massiv beeinträchtigt. Kühlschränke fallen aus, Lebensmittel verderben, und die Wasserversorgung ist unterbrochen, weil Pumpen nicht laufen. In Havanna und anderen Städten kam es zu spontanen Protesten. Die Menschen fordern eine Lösung der Energiekrise.

„Wir haben genug von den ständigen Stromausfällen“, sagte ein Bewohner aus Havanna. „Die Regierung muss endlich etwas tun. Wir können so nicht weiterleben.“ Die Unzufriedenheit ist groß, zumal die Wirtschaft ohnehin unter der Pandemie und den Sanktionen leidet.

Auswirkungen auf Wirtschaft und Alltag

Die Blackouts haben verheerende Auswirkungen auf die ohnehin schwächelnde Wirtschaft. Betriebe müssen schließen, die Produktion steht still. Besonders betroffen sind kleine Unternehmen und der Tourismussektor, der eine wichtige Einnahmequelle darstellt. Viele Kubaner sind auf staatliche Lebensmittelrationen angewiesen, die nun ebenfalls gefährdet sind.

Die kubanische Regierung macht seit Jahren die US-Blockade für die Misere verantwortlich. Die USA hingegen werfen Kuba vor, die Wirtschaft schlecht zu managen und zu sehr von Ölimporten aus Venezuela abhängig zu sein. Eine Einigung ist nicht in Sicht. Unterdessen müssen die Kubaner weiter mit den Folgen der Stromausfälle leben.

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