Maya-Rätsel gelöst: Forscher identifizieren Mathematiker „Weißbrustfuchs“
Maya-Rätsel gelöst: Forscher identifizieren Mathematiker

Wissenschaftler haben in Guatemala den Namen eines Maya-Mathematikers in einer Kammer der Ruinenstadt Xultún entschlüsseln können. Der Gelehrte trug den Namen Sak Tahn Waax, was übersetzt „Weißbrustfuchs“ bedeutet. Die Entdeckung gelang durch die Analyse von Mikrotexten und Porträts, die an den Wänden einer Kammer angebracht waren.

Mikrotexte an der Wand geben Namen preis

Heather Hurst vom Skidmore College im US-Bundesstaat New York untersuchte die Wandinschriften in einer Kammer der Maya-Ruinenstadt Xultún, die im Jahr 2012 während archäologischer Ausgrabungen entdeckt worden war. Neben Darstellungen sitzender und kniender Männer unterschiedlichen Alters und gesellschaftlichen Ranges fanden sich an den Wänden insgesamt 52 Mikrotexte. Wie die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift „Antiquity“ berichten, befassen sich die verschiedenen Mikrotexte mit den Zyklen der Himmelskörper sowohl in Bezug auf die Erde als auch in ihrem Verhältnis zueinander.

Einzigartige namentliche Zuschreibung

Ein Teil dieser mathematischen Berechnungen konnte einem Gelehrten namens Sak Tahn Waax zugeschrieben werden. Sein Name bedeutet „Weißbrustfuchs“. Auf Grundlage der bisherigen Analysen gehen die Forscher davon aus, dass er im 8. Jahrhundert während der klassischen Epoche der Maya lebte. Ob Sak Tahn Waax die Inschriften selbst an den Wänden anbrachte oder ob diese lediglich auf seine Berechnungen Bezug nehmen, lässt sich anhand der bisherigen Befunde nicht eindeutig klären. Unabhängig davon ist die namentliche Zuschreibung mathematischer und astronomischer Arbeiten an eine konkrete Person innerhalb des überlieferten Korpus der Maya-Texte bislang einzigartig.

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Die offenen Geheimnisse des Maya-Reiches Xultún

Xultún zählt zu den bedeutendsten und flächenmäßig größten archäologischen Stätten der klassischen Maya-Kultur im Norden Guatemalas. Trotz seiner historischen Bedeutung ist die Anlage bislang nur in Teilen archäologisch untersucht worden. Im Jahr 2012 entdeckten Archäologen einen Raum mit außergewöhnlich gut erhaltenen Wandmalereien und Hieroglypheninschriften. Der Fund widerlegt die weit verbreitete Annahme eines angeblich von den Maya vorhergesagten Weltuntergangs im Jahr 2012, da die in den Inschriften dokumentierten Berechnungen weit über diesen Zeitpunkt hinausreichen, heißt es bei National Geographic.

Bedeutung von Xultún

Xultún war zudem das Zentrum eines bedeutenden Königreiches mit einem eigenen Herrscheremblem. Die Rekonstruktion seiner Dynastiegeschichte ist jedoch bislang nur eingeschränkt möglich, da zahlreiche Stelen stark verwittert sind und ihre Inschriften nur teilweise entziffert werden können. Die Entdeckung des Namens Sak Tahn Waax ist ein wichtiger Schritt zum besseren Verständnis der Maya-Kultur und ihrer wissenschaftlichen Errungenschaften.

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