In Australien haben die Behörden mehr als 100.000 exotische Kakerlaken beschlagnahmt. Nach eigenen Angaben handelt es sich um den bislang größten Fund illegal gehaltener Wirbelloser in der Geschichte des Landes. Die Tiere wurden bei einem gewerblichen Züchter in Bathurst im Bundesstaat New South Wales entdeckt, wie das Umweltministerium mitteilte. Der geschätzte Wert der Kakerlaken liegt bei umgerechnet etwa 120.000 Euro.
Arten und Verwendungszweck
Bei den sichergestellten Insekten handelt es sich unter anderem um Argentinische Schaben und Madagaskar-Fauchschaben. Diese Arten sind vergleichsweise groß, nährstoffreich und leicht zu vermehren. Aus diesem Grund werden sie häufig als Futtertiere für Reptilien, Amphibien und manche Fischarten gezüchtet. In Australien ist es jedoch verboten, diese Kakerlaken zu importieren, zu halten, zu züchten oder zu verkaufen.
Strenge Biosicherheitsgesetze
Australien verfügt über eines der strengsten Biosicherheitsgesetze der Welt. Als isolierter Inselkontinent mit einer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt versucht das Land seit Jahrzehnten, die Einschleppung fremder Arten, Schädlinge und Krankheitserreger zu verhindern. Die Behörden befürchten, dass eingeführte Tiere und Pflanzen heimische Ökosysteme aus dem Gleichgewicht bringen, seltene Arten verdrängen oder der Landwirtschaft erheblichen Schaden zufügen könnten.
Das Ministerium warnte, die exotischen Schaben seien nie einer Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen worden. Falls sie in die Natur gelangten, könnten sie Krankheiten verbreiten oder einheimische Spezies gefährden.
Weitere Maßnahmen
„Wir nehmen unsere Aufgabe, Australiens einzigartige Biodiversität zu schützen und Verstöße gegen das nationale Umweltrecht zu ahnden, sehr ernst“, wurde ein Ministeriumssprecher zitiert. Reptilienbesitzer wurden aufgefordert, statt exotischer Arten legale Futterinsekten wie Grillen oder heimische Schaben zu verwenden. Die beschlagnahmten Tiere sollen nun vernichtet werden. Ob gegen den Züchter Anklage erhoben wird, wurde zunächst nicht bekannt.



