Die Sorge um Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit (52) wächst täglich. Aufgrund ihrer schweren Lungenfibrose wurde sie offiziell auf die Warteliste für eine Lungentransplantation gesetzt. Um überhaupt auf diese Liste zu gelangen, muss die aktuelle Lebenserwartung auf ein Jahr gesunken sein. Dass Mette-Marit nun auf der Liste steht, zeigt, wie dramatisch sich ihr Gesundheitszustand verschlechtert hat. Es geht inzwischen um Leben und Tod.
Das Prozedere der Warteliste in Norwegen
Wenn eine Spenderlunge verfügbar ist, wird der Patient von der Liste ausgewählt, der am besten passt. In Norwegen stehen im Durchschnitt fünf Personen auf der Liste, aktuell sind es acht. Mette-Marit zeigte sich beim norwegischen Nationalfeiertag am 17. Mai mit einem Sauerstoffgerät auf dem Balkon des Königspalastes. Die Bilder machten deutlich, wie sehr die Krankheit sie bereits gezeichnet hat.
Kinder eilen an ihre Seite
Seit Jahren kämpft Mette-Marit gegen die unheilbare Lungenerkrankung, die ihr zunehmend die Kraft raubt. Nun haben die behandelnden Ärzte nach umfassenden Untersuchungen entschieden, dass eine Transplantation so schnell wie möglich notwendig ist. „Die Entwicklung der Lungenerkrankung der Kronprinzessin ist ernst“, erklärte Lungenspezialist Are Holm vom Rikshospitalet in Oslo, wo die lebensrettende Operation durchgeführt werden soll.
Bereits am Donnerstag war Mette-Marit kurzzeitig im Krankenhaus gesichtet worden. An ihrer Seite: Ehemann Kronprinz Haakon und Tochter Prinzessin Ingrid Alexandra. Die Bilder der eng zusammenstehenden Familie machten deutlich, wie belastend die Situation für alle Beteiligten ist. Beobachter gehen davon aus, dass bei dem Klinikbesuch letzte Untersuchungen und wichtige Gespräche im Vorfeld der Aufnahme auf die Transplantationsliste stattfanden.
Besonders bewegend: Tochter Ingrid Alexandra hat ihr Leben kurzerhand umgestellt, um ihrer Mutter nahe zu sein. Die 22-Jährige kehrte aus Australien zurück, wo sie bislang an der Universität Sydney studierte. Künftig wird sie ihr Studium in Oslo fortsetzen. Auch Sohn Prinz Sverre Magnus plant, sein Studium in Europa aufzunehmen, um bei Bedarf jederzeit nach Norwegen zurückkehren zu können. Die Botschaft der Familie ist eindeutig: In dieser schweren Zeit steht Mette-Marit an erster Stelle.
Mette-Marit zieht sich aus der Öffentlichkeit zurück
Die Folgen ihrer Erkrankung reichen inzwischen weit über ihren gesundheitlichen Zustand hinaus. Der Hof teilte mit, dass die Kronprinzessin bis auf Weiteres keine offiziellen Termine wahrnehmen kann. Ihr öffentliches Leben kommt damit praktisch zum Erliegen. Wie lange sie aus dem Rampenlicht verschwinden wird, ist ungewiss.
Immer wieder sah man Mette-Marit am Nationalfeiertag husten. Zudem musste sie sitzen, weil ihr die Kraft fehlte. Auf dem königlichen Palast war sie mit Ehemann Haakon und Sohn Sverre (20) zu sehen. Besonders schmerzhaft dürfte für das Kronprinzenpaar die Absage privater Höhepunkte sein. Die für August geplanten Feierlichkeiten zum silbernen Hochzeitsjubiläum wurden verschoben. Auch eine wichtige Provinzreise im September kann Mette-Marit nicht antreten. Statt festlicher Termine und familiärer Feiern bestimmt nun das Warten auf einen lebensrettenden Spender die Zukunft der Kronprinzessin.



