China exportiert seine Probleme: Wirtschaftswachstum schwächelt
China exportiert seine Probleme: Wachstum schwächelt

Chinas Wirtschaftswachstum enttäuscht im zweiten Quartal

Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt wächst langsamer als erwartet. Mit einem offiziellen Zuwachs von 4,3 Prozent im zweiten Quartal verfehlte China das von der Staatsführung ausgegebene Wachstumsziel. Lediglich die stark gestiegenen Exporte verhinderten ein noch schlechteres Ergebnis, wie Sabine Gusbeth in einem Kommentar analysiert.

K-förmige Entwicklung kaschiert strukturelle Probleme

Lange war in China von einem Wachstum der zwei Geschwindigkeiten die Rede: schnelle Zuwächse in Zukunftsbranchen wie Batterien oder Robotik und eine langsamere Entwicklung in traditionellen Industriezweigen. Doch die Realität zeigt, dass viele einst wichtige Sektoren wie die Baubranche nicht nur langsamer wachsen, sondern schrumpfen. Ökonomen sprechen daher von einer K-förmigen Entwicklung. Doch auch dieses Bild täuscht, denn die Zuwächse in den Zukunftssektoren können den Rückgang in anderen Bereichen nicht kompensieren.

Exporte als Strohhalm

Die stark gestiegenen Exporte kaschieren die Probleme nur oberflächlich. Die Zahl der Importe aus der Volksrepublik steigt weiter, wie ein Foto von Andy Wong/AP/dpa zeigt. Doch die Abhängigkeit von Exporten macht die Wirtschaft anfällig für externe Schocks.

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Zukunftsbranchen zu schwach für Ausgleich

Die Staatsführung schmückt sich gerne mit den Erfolgen in Zukunftsindustrien. Doch gesamtwirtschaftlich gesehen sind es noch zarte, wenn auch schnell wachsende Pflänzchen. Sie können den Rückgang in vielen traditionellen, oft beschäftigungsintensiven Industrien nicht wettmachen. Das von der Staatsführung gepflegte Bild der erfolgreichen Tech-Supermacht bekommt daher Risse.

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