Nach dem Exportverbot für Helium hat China seine Vorgaben auf weitere Edelgase ausgeweitet. Ziel sei es, die inländische Versorgung zu sichern, teilte Peking mit. Die Maßnahmen traten am vergangenen Freitag in Kraft und wurden nun auch auf andere Edelgase ausgedehnt.
Hintergrund der Exportkontrollen
Der Sprecher des chinesischen Handelsministeriums, He Yadong, erklärte in Peking, dass die Volksrepublik ein wichtiger Importeur von Helium sei. Die vorübergehende Entscheidung für ein Ausfuhrverbot diene dazu, die inländische Versorgung sicherzustellen. Helium ist ein wesentlicher Bestandteil bei der Herstellung von Computerchips, da es zur Kühlung und Reinhaltung in der Produktion benötigt wird. Die Nachfrage nach Hochleistungschips ist aufgrund der boomenden Entwicklung Künstlicher Intelligenz stark gestiegen.
Kein politisches Druckmittel
Anders als bei den Exportkontrollen auf seltene Erden gilt die Beschränkung bei Helium nicht als politisches Druckmittel Chinas. Die Volksrepublik ist kein bedeutender Exporteur des Gases. Vielmehr dürfte Peking auf die schwierige Versorgungslage infolge des Iran-Kriegs reagieren, da Helium zu einem großen Teil aus dem Nahen Osten stammt. Laut den Experten der Analysten-Gruppe Trivium China importiert die Volksrepublik mehr als 85 Prozent ihres Helium-Bedarfs. Die Hälfte davon kommt aus Katar, einem der wichtigsten Helium-Lieferanten. Russland als weiteres Herkunftsland hatte im April Exportbeschränkungen für das Edelgas eingeführt.
Auswirkungen auf den Markt
China will laut Trivium vermeiden, dass Exporteure die hohen Heliumpreise auf dem Markt nutzen, das Gas dort veräußern und so die heimische Versorgung gefährden. Die Maßnahmen stehen im Einklang mit den chinesischen Gesetzen für Außenhandel, betonte Sprecher He. Je nach Veränderung von Angebot und Nachfrage im In- und Ausland passe Peking die Ausfuhrkontrolle entsprechend an.



