Die Zahl der Todesopfer nach dem schweren Erdbeben im Südwesten Japans ist weiter gestiegen. Regierungssprecher Minoru Kihara gab am Donnerstag bekannt, dass mittlerweile mindestens 28 Menschen ums Leben gekommen seien. Das Beben der Stärke 7,1 hatte die Region am Dienstagnachmittag erschüttert und eine Reihe von Nachbeben ausgelöst. Eine kurzzeitig ausgerufene Tsunami-Warnung wurde später wieder aufgehoben.
Rettungsarbeiten in Kashima laufen auf Hochtouren
Besonders betroffen ist die Präfektur Kumamoto. In der Stadt Kashima konzentrieren sich die Rettungskräfte auf ein teilweise eingestürztes Einkaufszentrum, in dem noch zahlreiche Menschen vermutet werden. Hunderte Helfer sind seit dem Beben im Einsatz. Ein Sprecher der Katastrophenschutzbehörde von Kumamoto berichtete: „Wir haben bisher zehn Menschen herausholen können. Vier von ihnen waren definitiv tot, einer zeigte keine sichtbaren Lebenszeichen.“ Die anderen fünf Überlebenden erlitten teils schwere, teils leichte Verletzungen.
Historische Parallelen: Kumamoto 2016
Japan liegt in einer der tektonisch aktivsten Regionen der Welt und wird immer wieder von schweren Erdbeben heimgesucht. Die Präfektur Kumamoto war bereits 2016 von zwei verheerenden Beben getroffen worden. Damals kamen 273 Menschen ums Leben, mehr als 2.800 weitere wurden verletzt. Die aktuelle Katastrophe erinnert an die damaligen Ereignisse und zeigt die anhaltende Gefahr durch seismische Aktivitäten in der Region.
Tsunami-Warnung aufgehoben – Nachbeben halten an
Nach dem Hauptbeben vom Dienstag folgten mehrere Nachbeben, die die Rettungsarbeiten erschwerten. Die japanische Wetterbehörde hatte kurzzeitig eine Tsunami-Warnung für die Küstenregionen herausgegeben, diese jedoch später wieder aufgehoben. Die Behörden warnen jedoch vor weiteren starken Nachbeben in den kommenden Tagen. Die betroffene Bevölkerung wurde aufgefordert, wachsam zu bleiben und sich von einsturzgefährdeten Gebäuden fernzuhalten.
Hilfe und Unterstützung laufen an
Die japanische Regierung hat umgehend Hilfsmaßnahmen eingeleitet. Einsatzkräfte aus dem ganzen Land wurden nach Kumamoto entsandt, um bei der Suche nach Überlebenden zu helfen. Auch das Militär ist im Einsatz. In den Notunterkünften werden Tausende Obdachlose versorgt. Die genaue Zahl der Vermissten ist noch unklar, doch die Behörden gehen von einer hohen Dunkelziffer aus.
Die internationale Gemeinschaft hat ihre Anteilnahme ausgedrückt und Hilfe angeboten. Der japanische Ministerpräsident versicherte, dass alle verfügbaren Mittel eingesetzt würden, um die Opfer zu bergen und die betroffene Region zu unterstützen.



