EU-Bericht: Bevölkerung schrumpft auf Niveau der 1970er Jahre
EU-Bericht: Bevölkerung schrumpft auf 1970er-Niveau

Die europäische Bevölkerung hat ihren Höchststand erreicht und wird bis zum Jahr 2100 auf das Niveau der zweiten Hälfte der 1970er Jahre schrumpfen. Das geht aus dem aktuellen Demografie-Bericht der EU-Kommission hervor. Demnach lebten im Jahr 2024 rund 450,6 Millionen Menschen in der Europäischen Union. Für das Jahr 2100 prognostiziert die Kommission nur noch 398,8 Millionen Einwohner – ein Rückgang um 11,7 Prozent.

Lebenserwartung steigt auf über 90 Jahre

Gleichzeitig werden die Europäerinnen und Europäer immer älter. Die durchschnittliche Lebenserwartung lag 2024 bei 81,5 Jahren – bei Frauen bei 84,1 Jahren, bei Männern bei 78,9 Jahren. Die EU-Kommission führt diese Entwicklung auf Fortschritte in der Gesundheitsversorgung, bessere Lebensstandards und verbesserte soziale Verhältnisse zurück. Bis zum Jahr 2100 soll die Lebenserwartung für Männer auf mindestens 86 Jahre und für Frauen voraussichtlich auf über 90 Jahre steigen.

Ein heute geborenes Kind in der EU kann nach Angaben der Kommission damit rechnen, bis zu einem Alter von 75,3 Jahren ohne schwerwiegende Erkrankungen zu leben. „Ein Kind, das 2023 in der EU geboren wurde, kann damit rechnen, ohne schwerwiegende Erkrankungen zu leben, bis es 75,3 Jahre alt ist“, teilte die EU-Kommission mit.

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Immer mehr Senioren – Pflegebedarf explodiert

Die Alterung der Gesellschaft schreitet rasant voran. Während heute etwa jeder fünfte EU-Bürger 65 Jahre oder älter ist, wird es im Jahr 2050 bereits fast jeder dritte sein. Parallel dazu steigt die Zahl der pflegebedürftigen Menschen: von 36 Millionen im Jahr 2025 auf voraussichtlich 48 Millionen bis 2070. Das entspräche dann etwa elf Prozent der EU-Bevölkerung.

Arbeitsmarkt schrumpft – Fachkräftemangel droht

Die EU-Kommission sieht in der höheren Lebenserwartung sowohl Chancen als auch Risiken. Einerseits könnten ältere Menschen stärker bürgerschaftlich engagiert sein und neue Märkte für altersgerechte Produkte entstehen. Andererseits wird die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter (15 bis 64 Jahre) zwischen 2025 und 2050 voraussichtlich jährlich um 1,2 Millionen sinken.

Bereits jetzt zeigt sich, dass Arbeitnehmer in der EU im Durchschnitt älter werden. Der Anteil der arbeitenden Personen zwischen 55 und 64 Jahren ist bei Frauen um 13,5 Prozentpunkte und bei Männern um 12,2 Prozentpunkte gestiegen. Um die Folgen der alternden Bevölkerung abzumildern, setzt die EU-Kommission auf die Zuwanderung von Fachkräften sowie auf Qualifizierungs- und Umschulungsmaßnahmen für bereits in der EU lebende Menschen. Etwa 20 Prozent der Menschen im erwerbsfähigen Alter innerhalb der EU arbeiten derzeit nicht, darunter acht Millionen junge Menschen.

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