EU-Kommission lehnt Gesetz für spielbare Games ab, will Dialog
EU-Kommission lehnt Gesetz für spielbare Games ab

Die Europäische Kommission lehnt den Wunsch einer Bürgerinitiative ab, einmal gekaufte Videospiele per Gesetz dauerhaft spielbar zu halten. Stattdessen will die Brüsseler Behörde einen Dialog mit der Spieleindustrie und Verbrauchervertretern starten, um gemeinsam einen Verhaltenskodex für den Umgang mit dem „Lebensende“ von Videospielen zu entwickeln. Dies geht aus einer Mitteilung der Kommission hervor.

Bürgerinitiative sammelt fast 1,3 Millionen Unterschriften

Die Initiative hatte gefordert, dass Herausgeber von Videospielen diese auch nach der Einstellung des kommerziellen Betriebs in einem spielbaren Zustand belassen müssen. Hintergrund ist die verbreitete Praxis, dass Betreiber Server abschalten, auf die moderne Spiele angewiesen sind – was dazu führt, dass diese teilweise oder vollständig unspielbar werden. Innerhalb eines Jahres sammelte die Initiative fast 1,3 Millionen Unterschriften für ihr Anliegen.

Brüssel verweist auf Urheberrechte

Die Europäische Kommission begründete ihre Ablehnung einer gesetzlichen Regelung unter anderem mit bestehenden EU-Urheberrechten. Demnach könnten die Rechteinhaber allein über die Nutzungsbedingungen ihrer Werke bestimmen. Das geltende EU-Verbraucherrecht sehe zudem bereits wichtige Schutzmaßnahmen für die wirtschaftlichen Interessen der Verbraucher vor, so die Behörde. So müssten Anbieter von Videospielen die Verbraucher über die Laufzeit und die Bedingungen für die Kündigung des Vertrags informieren und gegebenenfalls Entschädigungen leisten.

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Kritik von SPD-Abgeordnetem

Deutliche Kritik an der Antwort der EU-Kommission kam vom SPD-Europaabgeordneten Tiemo Wölken. „Statt zu handeln, will die Kommission die Initiative mit bedeutungsloser Symbolpolitik abspeisen“, teilte der deutsche Politiker mit. Es brauche einen Gesetzesvorschlag. „Wer Geld für ein Videospiel bezahlt, darf nicht irgendwann vor einem digitalen Totalschaden stehen, nur weil ein Konzern entscheidet, den Stecker zu ziehen“, fügte Wölken hinzu.

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