Nach dem überraschenden Aus der französischen Nationalmannschaft im WM-Halbfinale gegen Spanien ist es in fast 200 Städten zu schweren Ausschreitungen gekommen. Das Innenministerium in Paris zählte 183 Städte, in denen es zu Konfrontationen mit der Polizei kam. Besonders betroffen waren die Hauptstadt Paris und Lyon.
Hunderte Festnahmen und verletzte Polizisten
Insgesamt wurden 342 Menschen festgenommen, 250 von ihnen kamen in Polizeigewahrsam. Die Beamten wurden in 688 Fällen mit Feuerwerkskörpern beschossen. 1.128 Böller wurden beschlagnahmt. Laut Ministerium gab es aber keine schwerwiegenden Vorfälle.
In Grenoble eskalierte die Gewalt jedoch tödlich: Ein 49-jähriger Mann, der das Spiel auf der Terrasse einer Bar verfolgt hatte, wurde von Angreifern verfolgt und in einer Seitenstraße erschossen. Wie die Zeitung „Le Parisien“ unter Berufung auf die Polizei berichtete, wird ein Bandenkrieg als Hintergrund vermutet. Das Opfer sei der Justiz im Zusammenhang mit kriminellen Abrechnungen bekannt gewesen.
Nationalfeiertag verstärkte Spannungen
Das Halbfinale fiel auf den französischen Nationalfeiertag, den 14. Juli. Rund um diesen Tag kommt es traditionell ohnehin häufig zu Ausschreitungen, Sachbeschädigungen und Brandstiftungen. Bereits in der Nacht vom 13. auf den 14. Juli hatte es in 141 Städten Gewalt, Brandstiftungen und verbotenes Abfeuern von Feuerwerkskörpern gegeben. Dabei wurden 188 Menschen festgenommen. An beiden Tagen zusammengerechnet wurden landesweit 701 Autos in Brand gesteckt.
Nationalmannschaft verpasst drittes Finale in Folge
Die französische Nationalmannschaft hatte durch die etwas überraschende Niederlage gegen Spanien das dritte WM-Finale in Folge verpasst. Im Spiel um Platz drei trifft das Team nun am Samstag auf den Verlierer des anderen Halbfinals zwischen Argentinien und Frankreich.



