Arktis-Meereis schwindet 2025 doppelt so schnell wie Deutschland
Arktis-Meereis schwindet 2025 massiv – neuer Rekord

Der Meereis-Verlust im arktischen Winter hat 2025 einen neuen Negativrekord erreicht. Nach Jahren einer scheinbaren Abschwächung schrumpfte die Eisfläche im Vergleich zum Vorjahr um 930.000 Quadratkilometer – mehr als die doppelte Fläche Deutschlands. Das zeigt die Auswertung von Satellitenbildern der Jahre 2024/2025 und 2025/2026, die ein Team um Duo Chan von der Universität Southampton in den „Proceedings“ der US-nationalen Akademie der Wissenschaften („PNAS“) veröffentlicht hat.

Scheinbare Trendumkehr entpuppt sich als vorübergehend

In den frühen 2020er Jahren hatte der Rückgang des arktischen Meereises im Winter nachgelassen, was Hoffnung auf eine Trendwende machte. Die neuen Daten zeigen jedoch, dass diese Abschwächung nur ein vorübergehender Effekt war. „Kurzzeitige Besserungen können die langfristige Richtung der Veränderungen des arktischen Meereises zeitweilig verdecken“, sagte Erstautor Duo Chan. „Die geringen Ausdehnungen des Winter-Meereises von 2025 und 2026 zeigen eindeutig, dass der Meereis-Verlust in der Arktis nicht gestoppt hat – er dauert in einem sich erwärmenden Klima fort.“

Rekordrückgang in Wachstums- und Maximumphase

Während der Wachstumsphase 2024/2025 – also von November bis Januar – war die Ausdehnung im Vergleich zum Vorjahr um 720.000 Quadratkilometer geringer. In der Maximumphase während Februar und März betrug der Rückgang sogar 930.000 Quadratkilometer. Dies sind die größten Rückgänge für diese beiden Phasen seit Beginn der Satellitenaufnahmen im Jahr 1978. Im folgenden Winter 2025/2026 sank die Ausdehnung in der Wachstumsphase um weitere 140.000 Quadratkilometer auf den Negativ-Rekordwert von 11,3 Millionen Quadratkilometer. In der Maximumphase legte die Ausdehnung dann zwar wieder um 300.000 Quadratkilometer zu, blieb aber dennoch der zweitniedrigste Wert für diese Jahreszeit seit Messbeginn.

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Langfristiger Rückgang durch Klimaerwärmung

Das Team um Chan betont, dass der Meereis-Schwund 2025 zwar in seinem Ausmaß ungewöhnlich war, aber absolut plausibel sei. Sie verweisen auf einen Temperaturanstieg von 2,8 Grad Celsius gegenüber der vorindustriellen Zeit in der Arktis. „Diese ungewöhnlich geringen Meereis-Flächen von 2025 und 2026 kehren die jüngste Abschwächung des Meereis-Rückgangs um“, schreiben die Forscher. „Dieser scharfe Abfall ändert unsere Interpretation der kürzlichen Veränderungen des winterlichen arktischen Meereises“, erläuterte Chan. „Was in den frühen 2020er Jahren wie eine Pause aussah, scheint nur eine zeitweilige Abschwächung während eines langfristigen Rückgangs gewesen zu sein.“

Bedeutung für die Klimaforschung

Das arktische Meereis gilt als wichtiger Indikator für den Klimawandel in den höheren Breiten. Der Rückgang betrifft alle Jahreszeiten. Die neuen Ergebnisse widerlegen die Sichtweise, es gebe eine längere Unterbrechung beim Meereis-Schwund. Stattdessen bestätigen sie den anhaltenden Verlust der Eisfläche in der Arktis, der durch die globale Erwärmung verursacht wird.

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