Klimawandel: Heiße Nächte kosten Menschen weltweit 56 Stunden Schlaf pro Jahr
Heiße Nächte: 56 Stunden Schlafverlust jährlich durch Klimawandel

Eine neue Studie der Forschungsgruppe Climate Central zeigt, dass klimabedingter Schlafverlust durch nächtliche Hitze in den vergangenen 50 Jahren mindestens verdoppelt hat. Zwischen 2020 und 2025 verloren Menschen weltweit durchschnittlich 56 Stunden Schlaf pro Jahr aufgrund hoher Nachttemperaturen. Mehr als zehn Prozent dieses Schlafmangels gehen auf den vom Menschen verursachten Klimawandel zurück.

Studie untersuchte 1.338 Großstädte weltweit

Die Forschenden analysierten 1.338 Großstädte weltweit. In fast allen Städten nahm das Ausmaß des temperaturbedingten Schlafverlusts seit den 1970er-Jahren zu. Am stärksten betroffen sind Menschen im globalen Süden, insbesondere im Nahen Osten. In Städten in Saudi-Arabien, Oman und den Vereinigten Arabischen Emiraten verloren Einwohner zwischen 2020 und 2025 jährlich 55 bis 87 Stunden Schlaf durch höhere Nachttemperaturen, davon 12 bis 16 Stunden allein durch die Klimakrise.

Extreme Hitze in Jordanien: 35 Grad in der Nacht

Besorgniserregend ist, dass sich Nächte weltweit schneller aufheizen als Tage. Ein Rekordbeispiel: In der Nacht zum 13. August 2025 sanken die Temperaturen in den jordanischen Städten Aqaba und Ghor es-Safi nicht unter 35 Grad – Werte, die laut Forschenden tödlich sein können. „Zu warme Nächte gelten nicht umsonst als stille Killer“, warnen die Studienautoren. Hohe Nachttemperaturen hindern den Körper daran, sich von der Tageshitze zu erholen, und erhöhen das Risiko für Schlaganfälle, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Sterblichkeit.

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Gesundheitsrisiken durch Schlafmangel

Heiße Nächte verschlechtern Qualität und Dauer des Schlafs mit negativen Folgen für die kognitive Funktion, Gehirnentwicklung und Lernen bei Kindern. Besonders gefährdet sind Säuglinge, ältere Menschen, Schwangere und Frauen. Einkommensschwache Bevölkerungsgruppen in schlechten Wohnräumen ohne Klimaanlage sind überproportional betroffen. „Weniger als sieben Stunden Schlaf pro Nacht sind mit einer beeinträchtigten Immunfunktion, verminderter Leistungsfähigkeit sowie mehr Fehlern, Schmerzen und Unfällen verbunden“, sagte Courtney Howard, Vorsitzende der Global Climate and Health Alliance.

Schlafmangel führt zu schweren Erkrankungen

Regelmäßiger Schlafmangel kann laut Howard zu Gewichtszunahme, Diabetes, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und erhöhtem Sterberisiko führen. „Das unterstreicht die Notwendigkeit, Ungleichheiten durch Anpassungsmaßnahmen zu beseitigen und Treibhausgasemissionen dringend zu senken, um Gesundheit und Wohlstand zu schützen.“

Europa im Fokus der Studie

In den 253 untersuchten US-Städten verloren Menschen im Schnitt 36 Stunden Schlaf pro Jahr durch höhere Nachttemperaturen, davon etwa 13 Prozent direkt durch den Klimawandel. Europa wird in dem Report nicht als eigene Region aufgeführt; der Fokus liegt auf den am stärksten betroffenen Regionen wie Naher Osten, Asien, Afrika und Amerika. Kristina Dahl, Vizepräsidentin für Wissenschaft bei Climate Central, erklärte: „Durch die Kombination neuester Erkenntnisse der Attributionsforschung mit Forschung zur Wirkung von Hitze auf den Schlaf können wir nun eine verborgene, aber wachsende Folge steigender Temperaturen quantifizieren.“

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