Rekordfund in Australien: 100.000 illegale Kakerlaken beschlagnahmt
Rekordfund in Australien: 100.000 Kakerlaken beschlagnahmt

Rekordfund in Australien: 100.000 illegale Kakerlaken beschlagnahmt

In Australien haben die Behörden einen historischen Fund gemacht: Über 100.000 exotische Kakerlaken wurden bei einem gewerblichen Züchter in Bathurst im Bundesstaat New South Wales beschlagnahmt. Es handelt sich um den größten Fund illegal gehaltener Wirbelloser in der Geschichte des Landes. Die Tiere haben einen geschätzten Wert von rund 120.000 Euro.

Welche Arten wurden sichergestellt?

Unter den beschlagnahmten Insekten befinden sich Argentinische Schaben und Madagaskar-Fauchschaben. Diese Arten sind vergleichsweise groß, nährstoffreich und leicht zu vermehren. Sie werden häufig als Futtertiere für Reptilien, Amphibien und bestimmte Fischarten gezüchtet. In Australien ist jedoch der Import, die Haltung, Zucht und der Verkauf dieser Tiere streng verboten.

Reaktionen der Experten

Dr. Carol Booth, Leiterin der Abteilung für politische Angelegenheiten beim Invasive Species Council, bezeichnete den Fund als eine „schockierende Entdeckung“. Sie gratulierte den Behörden zur Zerschlagung dieses kriminellen Unternehmens. Laut dem „Guardian“ ist dieser Fall nur ein Beispiel für ein größeres Problem in Australien: den illegalen Verkauf und die Haltung exotischer Wildtiere, darunter auch exotische Schlangen und andere Reptilien.

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Strenge Biosicherheitsgesetze in Australien

Australien verfügt über eines der strengsten Biosicherheitsgesetze der Welt. Als isolierter Inselkontinent mit einer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt versucht das Land seit Jahrzehnten, die Einschleppung fremder Arten, Schädlinge und Krankheitserreger zu verhindern. Die Behörden befürchten, dass eingeführte Tiere und Pflanzen die heimischen Ökosysteme aus dem Gleichgewicht bringen, seltene Arten verdrängen oder der Landwirtschaft erheblichen Schaden zufügen könnten.

Risiken für die Umwelt

Das Ministerium warnte, dass die exotischen Schaben nie einer Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen wurden. Sie könnten Krankheiten verbreiten oder einheimische Spezies gefährden, falls sie in die Natur gelangen. Reptilienbesitzer wurden aufgefordert, statt exotischer Arten legale Futterinsekten wie Grillen oder heimische Schaben zu verwenden.

Was passiert jetzt mit den Kakerlaken?

Die beschlagnahmten Tiere sollen nun vernichtet werden. Ein Ministeriumssprecher betonte: „Wir nehmen unsere Aufgabe, Australiens einzigartige Biodiversität zu schützen und Verstöße gegen das nationale Umweltrecht zu ahnden, sehr ernst.“ Ob gegen den Züchter Anklage erhoben wird, wurde zunächst nicht bekannt.

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