Schlangenplage auf Ibiza und Mallorca: Badegäste in Panik
Auf den beliebten Urlaubsinseln Ibiza und Mallorca sorgt derzeit eine Schlangenart für Aufsehen. Die Hufeisennatter, wissenschaftlich als Hemorrhis hippocrepis bekannt, wird vermehrt an Stränden und sogar im Meer gesichtet. Videos, die in sozialen Medien kursieren, zeigen erschrockene Badegäste, die vor den Reptilien flüchten. Die Mallorca-Zeitung berichtete über die zunehmenden Sichtungen und die Verunsicherung unter Touristen und Einheimischen. Die Hufeisennatter, die eigentlich auf der Iberischen Halbinsel heimisch ist, hat sich auf den Balearen-Inseln etabliert und gilt dort mittlerweile als invasive Art.
Merkmale und Verhalten der Hufeisennatter
Die Hufeisennatter ist eine beeindruckende Erscheinung. Sie kann eine Länge von bis zu zwei Metern erreichen und ist für ihre schnellen Bewegungen bekannt. Ihre Oberseite ist schwarz, schimmert jedoch bläulich, und gelbe Flecken bilden ein charakteristisches Kettenmuster auf der Haut. Die Tiere sind sowohl tag- als auch nachtaktiv und leben bevorzugt am Boden, können aber auch auf Büsche oder Steinmauern klettern. In den kälteren Monaten halten sie Winterschlaf. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus kleinen Säugetieren, Eidechsen und Vögeln. Auf Mallorca und Ibiza finden sie ideale Lebensbedingungen in trockenen Gebieten, Wäldern und Gestrüpp.
Invasive Art bedroht Ökosystem
Der Verband der ökologischen Landwirtschaft APAEMA spricht von einer „besorgniserregenden Situation“ auf Mallorca. Die Hufeisennatter breitet sich stark aus und gefährdet die heimische Artenvielfalt. Besonders betroffen sind die Mauereidechsen, die Jahrtausende ohne natürliche Feinde auf den Inseln lebten und daher keine Abwehrstrategien entwickelt haben. Wissenschaftler Oriol Lapiedra vom Institut Craef erklärte im Gespräch mit dem „Guardian“, dass die Eidechsen eine wichtige Rolle im Ökosystem spielen: Sie bestäuben Blüten, verbreiten Samen und regulieren Insektenpopulationen, darunter auch landwirtschaftliche Schädlinge. Fehlen sie, droht ein Kollaps des empfindlichen Gleichgewichts. Alexander Haas, Professor für Herpetologie, warnt: Auf Inseln wie Ibiza ist jede Art mit jeder anderen vernetzt – die langfristigen Folgen der Störung sind nicht absehbar.
Gefahr für Menschen? Hufeisennattern sind ungiftig
Trotz der Besorgnis in der Bevölkerung sind Hufeisennattern für Menschen keine akute Gefahr. Sie sind ungiftig und meiden in der Regel den Kontakt. Werden sie jedoch in die Enge getrieben, können sie aggressiv reagieren und zubeißen. Solche Bisse können tiefe Wunden verursachen, die sich entzünden können. Experten empfehlen, sich ruhig zu verhalten und langsam zurückzuziehen, wenn man einer Schlange begegnet. Die Tiere suchen dann meist das Weite. Dennoch bleibt die Ausbreitung der Hufeisennatter ein Problem für die Biodiversität der Inseln, das weiter beobachtet werden muss.



