Russland verhängt Einreisesperre gegen fünf Briten
Der 17-jährige Alexander Browder, ein Highschool-Schüler aus London, wurde von Russland auf eine Sanktionsliste gesetzt. Er erfährt davon während des Wirtschaftsunterrichts, als er eine Nachricht auf seinem Laptop liest. Moskau wirft ihm und vier weiteren Briten – darunter die Publizistin Catherine Belton – vor, „Falschinformationen“ über die russische Führung verbreitet zu haben. Dies ist die übliche Bezeichnung für Regimekritik aus russischer Sicht. Die Sanktionierten dürfen nicht mehr nach Russland einreisen.
Ein Teenager im Fokus der Kreml-Sanktionen
Alexander Browder ist der Sohn des bekannten Investors und Putin-Kritikers Bill Browder. Der Schüler verfasste für den neokonservativen Thinktank Henry Jackson Society einen Bericht über die Kryptowährung A7A5, einen an den Rubel gekoppelten Stablecoin, der mit der sanktionierten Promswjasbank in Verbindung gebracht wird. Laut Browder wird A7A5 genutzt, um Geld zu waschen und Russlands Krieg gegen die Ukraine zu finanzieren. Seine Recherchen stellte er im März 2026 im britischen Unterhaus vor.
Die britische Regierung nutzte die Erkenntnisse offenbar für ein neues Sanktionspaket gegen das vom Kreml unterstützte A7-Netzwerk. Dies erklärt, warum der Jugendliche auf der russischen Sanktionsliste landete. „Ich habe festgestellt, dass viele Menschen, darunter hochrangige Politiker, keine Ahnung haben, wie Kryptowährungen funktionieren“, sagte Browder dem SPIEGEL. „Sie können zur Finanzierung von Kriegen und zur Umgehung von Sanktionen beitragen. Es braucht daher einen jungen Menschen, der sich auskennt, um es anderen zu erklären.“
Russlands Wandel in der Kryptopolitik
Russland stand Kryptowährungen lange kritisch gegenüber. Seit 2022 ist die Bezahlung von Waren und Dienstleistungen im Inland mit Kryptowährungen verboten. Doch 2024 schuf der Gesetzgeber einen Rechtsrahmen für Außenhandelsgeschäfte. Dies ist wichtig, da russische Banken nach Kriegsbeginn vom Zahlungssystem Swift ausgeschlossen wurden. Experten bestätigen, dass Russland Kryptowährungen zur Sanktionsumgehung nutzt.
Alexander Browder sieht sich durch die Sanktionen bestätigt: „Sanktionen sollen Menschen zum Schweigen bringen. Mich aber haben sie nur entschlossener gemacht. Sie zeigen mir, dass ich einen wunden Punkt getroffen habe.“ Sein Vater Bill Browder zeigte sich stolz und teilte die Nachricht auf X. Der Schüler ist überzeugt, der erste Highschool-Schüler weltweit zu sein, der von einem autoritären Regime sanktioniert wurde – wegen der Aufdeckung von Korruption.



