Abdul B.: Mutmaßlicher CSD-Attentäter soll IS-Sympathisant sein
Abdul B.: Mutmaßlicher CSD-Attentäter IS-Sympathisant

Die Fahndung nach dem mutmaßlichen Attentäter des Christopher Street Day (CSD) in Berlin läuft auf Hochtouren. Abdul B., ein 2005 in Berlin geborener Libanese, wird verdächtigt, am Samstagabend einen Kleinbus in eine Menschenmenge gesteuert zu haben. Eine 30-jährige Frau starb, 16 Personen wurden verletzt, drei von ihnen lebensbedrohlich. Seit Sonntagmorgen wird der 19-Jährige per Öffentlichkeitsfahndung gesucht. Die Polizei warnt: Der Gesuchte sei „möglicherweise bewaffnet und gefährlich“ und solle nicht angesprochen werden.

Die Wohnung des Verdächtigen

Abdul B. wohnt in der Bissingzeile 1 im Berliner Tiergarten, nur wenige Gehminuten vom Potsdamer Platz entfernt. Seine Wohnung wurde in der Nacht zum Sonntag von Spezialeinsatzkommandos durchsucht, doch der Verdächtige wurde nicht angetroffen. Die Ermittler beschlagnahmten mehrere Gegenstände, deren Art vorerst nicht bekannt gegeben wurde. Die Wohnung wurde am Morgen versiegelt. Nachbarn berichten, dass Abdul B. dort möglicherweise nur als Untermieter gelebt habe, da sein Name auf einem abgewetzten Tesa-Streifen am Klingelschild angebracht war, direkt über dem Namen der Familie C.

Verbindungen zum Islamischen Staat

Laut Sicherheitskreisen soll Abdul B. mit dem „Islamischen Staat“ (IS) sympathisieren. Ein Sicherheitsbeamter erklärte, der 19-Jährige habe sich zuletzt „im Ton radikaler“ gegeben. Ob er sich selbst als „Soldat des Kalifats“ sehe, sei jedoch Spekulation – eine Bezeichnung, die der IS für seine Attentäter verwendet. Abdul B. ist der Polizei bereits wegen Körperverletzung und Raubes bekannt und war bis Mai dieses Jahres in einer Jugendhaftanstalt inhaftiert. Er wird der islamistischen Szene zugerechnet.

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Die Familie und mögliche Clan-Verbindungen

Die Familie C., bei der Abdul B. offenbar wohnte, stammt ebenfalls aus dem Libanon und einige Angehörige werden dem Clan-Milieu zugerechnet. Sie gelten zudem als Anhänger der Hisbollah, einer schiitischen Islamisten-Organisation, die im Syrienkrieg zusammen mit Baschar al-Assad gegen den sunnitischen IS kämpfte. Diese Rivalität im Libanon und in Syrien könnte die Hintergründe der Tat weiter verkomplizieren. Die Schwester des Gesuchten, die in Neukölln nahe Treptow wohnt, wurde ebenfalls von der Polizei aufgesucht.

Der Anschlag und seine Folgen

In der Nacht zum Sonntag lenkte ein Angreifer einen weißen Kleinbus in den Besucherstrom des CSD im Berliner Tiergarten. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es sich um einen terroristischen Anschlag handelt. Nach dem Aufprall sollen möglicherweise Täter mit Stichwaffen auf Passanten eingewirkt haben. Die Bundespolizei ist mit der GSG 9 im Einsatz, und am Bahnhof Berlin-Anhalt sind maskierte Beamte mit Maschinenpistolen präsent. Die Hintergründe und eine mögliche Beteiligung weiterer Personen werden noch untersucht.

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