Drama am Makalu: Bergführer lässt Kunden zurück – Gerichtsfall droht
Drama am Makalu: Bergführer lässt Kunden zurück

Abstieg vom Makalu wird zur Tragödie

Der 8463 Meter hohe Makalu, der fünfthöchste Berg der Welt, ist Schauplatz eines mutmaßlichen Dramas: Der Bergsteiger Konstantin Smirnov soll von seinem Bergführer während des Abstiegs allein gelassen worden sein, nachdem er aufgrund von Erschöpfung nicht mehr schnell genug vorankam. Die Folge: Smirnov erlitt schwere Erfrierungen, fünf Finger mussten amputiert werden. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf versuchten Mord.

Was geschah am Berg?

Nach Angaben von Smirnov war er gemeinsam mit seinem nepalesischen Bergführer auf dem Gipfel des Makalu. Beim Abstieg habe er sich zunehmend schwächer gefühlt und sei langsamer geworden. Sein Begleiter habe ihn daraufhin aufgefordert, schneller zu gehen, und sei schließlich vorausgegangen. „Er ließ mich einfach zurück, ohne Hilfe zu holen“, zitierte der SPIEGEL den Bergsteiger. Smirnov brach später zusammen und wurde erst nach Stunden von anderen Expeditionsteilnehmern entdeckt. Die Unterkühlung und Erfrierungen waren so schwer, dass ihm fünf Finger amputiert werden mussten.

Ermittlungen wegen versuchten Mordes

Die Staatsanwaltschaft in München hat ein Ermittlungsverfahren gegen den Bergführer eingeleitet. „Wir prüfen den Vorwurf des versuchten Mordes“, sagte ein Sprecher. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die oft unklaren Verantwortlichkeiten bei kommerziellen Expeditionen. Der Bergführer bestreitet die Vorwürfe und gibt an, Smirnov habe sich geweigert, weiterzugehen, und er sei losgezogen, um Hilfe zu holen. „Ich habe ihn nie allein gelassen, ich war auf dem Weg zu anderen Teammitgliedern“, erklärte er gegenüber nepalesischen Medien.

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Rechtliche und ethische Fragen

Der Fall könnte weitreichende Konsequenzen für die Bergsteigerbranche haben. „Ein Bergführer hat eine Fürsorgepflicht gegenüber seinen Kunden“, erklärte der Alpinismus-Experte Dr. Hans Meier. „Wenn er ihn tatsächlich zurückgelassen hat, könnte das strafbar sein.“ Der Makalu gilt als einer der technisch anspruchsvollsten Achttausender. Immer wieder kommt es zu Unfällen, bei denen die Rolle der Führer hinterfragt wird. Smirnov hat angekündigt, zivilrechtliche Schritte zu prüfen.

Ausblick

Die Ermittlungen dauern an. Sollte es zu einer Anklage kommen, wäre dies einer der seltenen Fälle, in denen ein Bergführer wegen unterlassener Hilfeleistung oder gar versuchten Mordes vor Gericht steht. Der Fall zeigt die Risiken des Höhenbergsteigens und die Verantwortung der Führer gegenüber ihren Kunden deutlich auf.

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