Drohnen-Angriff auf Gemüsehändler: Opfer aus Cherson spricht exklusiv
Drohnen-Angriff: Opfer aus Cherson spricht

Der Gemüsehändler Yurii (52) aus Cherson hat einen russischen Drohnenangriff nur knapp überlebt. Bei dem Vorfall, der sich am 4. August 2026 ereignete, explodierte eine Drohne direkt neben ihm, während er an seinem Verkaufsstand Tomaten und Auberginen anbieten wollte. Yurii erlitt Splitterverletzungen und eine Gehirnerschütterung. In einem Video, das auf der Plattform X veröffentlicht wurde und von der Regionalverwaltung Cherson stammt, schildert er die dramatischen Sekunden.

Die tödliche Jagd aus der Luft

Yurii beschreibt, wie er und seine Frau gerade damit begonnen hatten, die Kisten mit Gemüse aus seinem Transporter zu laden. Plötzlich hörten sie ein Summen. „Wir hatten gerade begonnen, die Kisten herauszuholen. Meine Frau war auch dabei. Wir hörten ein Summen“, berichtet er in dem Video. Als er die Drohne bemerkte, versuchte er verzweifelt, dem Piloten zu signalisieren, dass er kein Soldat ist. „Ich habe dem Piloten der ferngesteuerten Drohne zeigen wollen, dass ich Gemüse transportierte und kein militärisches Gerät.“

In seiner Panik lief er um sein Fahrzeug herum, prallte dagegen und geriet in die Flugbahn der Drohne. „Ich kam in die Flugbahn der Drohne, sie stieß gegen mich, ich stürzte“, erzählt der 52-Jährige. Die Drohne explodierte direkt neben ihm. Das Video zeigt, wie er hinter dem Transporter Schutz sucht, doch die Drohne verfolgt ihn unerbittlich. Nur mit Glück überlebte er den Angriff.

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Wiederholte Angriffe auf Zivilisten

Yurii betont, dass dies nicht der erste Vorfall dieser Art gewesen sei. Bereits zuvor sei er zusammen mit seiner Frau unter Beschuss geraten, als sie zu seiner Schwiegermutter fuhren. „Wir fuhren zu meiner Schwiegermutter“, sagt er. Danach musste er das völlig demolierte Auto reparieren. „Wir haben nichts anderes, um zu arbeiten und das Gemüse zum Markt zu bringen.“

Die Angriffe auf Zivilisten in Cherson sind kein Einzelfall. Die Stadt im Süden der Ukraine wird seit Monaten von russischen Streitkräften beschossen, wobei Drohnen eine immer größere Rolle spielen. Nach Angaben der ukrainischen Behörden wurden in den letzten Wochen mehrere Zivilisten bei solchen Angriffen getötet oder verletzt.

Selenskyj spricht von „Drohnen-Safari“

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) verurteilte den Vorfall scharf. Auf seinen Social-Media-Kanälen schrieb er: „Heute hat ein weiteres Video der Drohnen-‚Safari‘, die die Russen gegen Zivilisten in Cherson führen, viele schockiert.“ Er betonte, dass solche Angriffe dort zum Alltag gehörten. Zudem erklärte er, russische Soldaten hätten „Freude daran, Zivilisten zu töten und zu misshandeln“.

Selenskyj veröffentlichte das Video auf X, um die internationale Gemeinschaft auf die anhaltenden Gräueltaten aufmerksam zu machen. Die Aufnahmen zeigen die dramatischen Szenen aus der Perspektive des Gemüsehändlers und haben weltweit für Entsetzen gesorgt.

Ukrainischer Außenminister erhebt schwere Vorwürfe

Auch der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha (51) äußerte sich zu dem Vorfall. Auf X sprach er von einem „barbarischen Kriegsverbrechen Russlands“. Er erklärte: „Es handelt sich um eine vorsätzliche und systematische Strategie Russlands. Sie wissen genau, was sie tun.“ Sybiha forderte die internationale Gemeinschaft auf, Russland für solche Taten zur Rechenschaft zu ziehen.

Die ukrainische Regierung sammelt Beweise für Kriegsverbrechen, um sie vor internationalen Gerichten zu verwenden. Der Angriff auf Yurii ist ein weiteres Beispiel für die Gefahr, der Zivilisten in den umkämpften Gebieten täglich ausgesetzt sind.

Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung

Die anhaltenden Drohnenangriffe haben verheerende Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung in Cherson. Viele Bewohner trauen sich nicht mehr auf die Straße, und die Wirtschaft der Stadt liegt am Boden. Yurii, der seinen Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Gemüse verdient, steht nun vor einer ungewissen Zukunft. Sein Transporter ist beschädigt, und er selbst ist verletzt.

Die internationale Gemeinschaft hat die Angriffe auf Zivilisten mehrfach verurteilt, doch die russischen Streitkräfte setzen ihre Taktik fort. Menschenrechtsorganisationen dokumentieren die Vorfälle und fordern ein Ende der Gewalt. Der Fall von Yurii zeigt, wie willkürlich und grausam der Krieg für die Menschen in der Ukraine ist.

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