Ukrainische Drohnen setzen Ölanlagen in Russland in Brand
Drohnenangriffe auf russische Ölindustrie

Ukrainische Drohnen haben in der Nacht zum Sonntag mehrere Ölanlagen in Russland in Brand gesetzt. Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj wurden drei Öldepots in der Region Stawropol sowie drei Tanker der russischen Schattenflotte im Schwarzen Meer getroffen. Der Gouverneur der Region Stawropol, Wladimir Wladimirow, bestätigte mehrere Brände in Industrieanlagen und verhängte einen örtlich begrenzten Ausnahmezustand. Verletzte gab es nach seinen Angaben nicht.

CPC stoppt Ölverladung nach Tankerangriffen

Das Kaspische Pipeline-Konsortium (CPC) hat die Ölverladung an seinem Terminal im Schwarzmeerhafen Noworossijsk ausgesetzt. Grund sind Angriffe auf die Tanker „Asia“ und „Nissos Ios“ während des Ladevorgangs am Sonntag. Auf der „Asia“ brach ein Feuer aus, das gelöscht wurde. Verletzte oder Ölaustritt wurden nicht gemeldet, beide Tanker blieben schwimmfähig. Wer für den Angriff verantwortlich war, teilte das Konsortium nicht mit.

Die etwa 1.500 Kilometer lange CPC-Pipeline verbindet kasachische Ölfelder am Kaspischen Meer mit Noworossijsk. Über die Leitung laufen rund 80 Prozent der kasachischen Rohölexporte. Der russische Staat und staatliche russische Ölkonzerne halten zusammen 31 Prozent an dem Konsortium.

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Größter russischer Angriff mit ballistischen Raketen seit Kriegsbeginn

Russland hat die Ukraine nach Angaben aus Kiew mit der größten Zahl an ballistischen Raketen seit Kriegsbeginn attackiert. Der geschäftsführende ukrainische Außenminister Andrij Sybiha schrieb auf X, Russland habe rund vier Dutzend dieser Raketen abgefeuert. Er bezeichnete das Vorgehen als brutalen Terrorangriff und forderte angemessene Reaktionen. Der ukrainischen Luftwaffe zufolge setzte Russland 41 Raketen ein, von denen die Luftabwehr 18 abfing. Hauptziel war die Hauptstadt Kiew, wo nach Behördenangaben mindestens ein Mensch getötet und 13 weitere verletzt wurden.

Bürgermeister Vitali Klitschko informierte über Einschläge und Schäden in mindestens vier Stadtteilen. Es brachen Brände unter anderem in einem Wohnheim, einem Wohnhaus und einem Supermarkt aus. In einem Vorort von Charkiw meldeten die ukrainischen Behörden drei Tote und 16 Verletzte nach russischen Angriffen.

Ukraine meldet Angriffe auf russische Ölanlagen und Tanker

Die Ukraine hat mit Drohnenangriffen nach eigenen Angaben mehrere Ziele der russischen Ölindustrie getroffen. In der Region Stawropol brachen mehrere Brände in Industrieanlagen aus, Medien berichteten von drei brennenden Öldepots. Der Gouverneur bestätigte Detonationen explosiver Stoffe. Der ukrainische Präsident Selenskyj erklärte, die Angriffe auf die Öldepots seien vom ukrainischen Inlandsgeheimdienst SBU ausgeführt worden, während Einheiten der Streitkräfte ein Treibstofflager attackiert hätten.

Die ukrainischen Streitkräfte haben in der Nacht zum Sonntag nach eigenen Angaben zwei russische Öltanker im Schwarzen Meer angegriffen, zudem sei ein Schwimmkran im Asowschen Meer getroffen worden. Alle drei Ziele seien zur Unterstützung der russischen Kriegsanstrengungen genutzt worden. Die Ukraine hat bei ihren Angriffen auf die russische Öl-Infrastruktur zuletzt verstärkt Tanker im Schwarzen Meer ins Visier genommen.

Auswirkungen auf russische Landwirtschaft und Treibstoffmarkt

Russische Landwirte haben trotz einer guten Ernte mit massiven Problemen durch den Krieg zu kämpfen. Eine landesweite Treibstoffkrise und die jüngste militärische Eskalation im Asowschen Meer setzen die Betriebe unter Druck. Die Treibstoffkrise ist eine Folge monatelanger ukrainischer Drohnenangriffe auf russische Raffinerien und hat zu einem starken Anstieg der Dieselpreise geführt. Die russische Landwirtschaftsministerin Oksana Lut räumte ein, dass es in allen Regionen Probleme mit dem Treibstoff gebe, versprach aber, dass der Staat die benötigten Lieferungen sicherstellen werde.

Experten zufolge könnten die Probleme weitreichende Folgen haben. Andrej Sisow von der Unternehmensberatung SovEcon sagte Reuters, Russland könne dem Weltmarkt fünf bis zehn Millionen Tonnen Weizen weniger liefern, wenn das Asowsche Meer nicht für die Schifffahrt geöffnet werde. Russland ist der weltgrößte Weizenexporteur.

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Insidern zufolge importiert Russland wegen Engpässen nach ukrainischen Angriffen erstmals Benzin aus Kasachstan. Im Juli seien rund 1000 Tonnen in eine Region in Zentralrussland geliefert worden. Wegen der Drohnenangriffe auf Raffinerien sucht Russland auch in Belarus und Indien nach Treibstoff.