Bericht: FIFA-Funktionär entschied allein über Balogun-Begnadigung
FIFA-Funktionär entschied allein über Balogun-Begnadigung

Der Skandal um die aufgehobene Rotsperre von US-Stürmer Folarin Balogun bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 nimmt eine neue Wendung. Wie die englische „Times“ berichtet, soll die umstrittene Entscheidung von nur einer Person der FIFA-Disziplinarkommission getroffen worden sein. Demnach habe allein der Vorsitzende Mohammad Al Kamali aus den Vereinigten Arabischen Emiraten darüber entschieden, die automatische Spielsperre in eine Bewährungsstrafe umzuwandeln.

Einzelentscheidung ohne Gremium

Die weiteren 17 Mitglieder der FIFA-Disziplinarkommission seien laut „Times“ nicht in die Entscheidung involviert gewesen – ein höchst ungewöhnlicher Vorgang. Bei einem Fall dieser Tragweite würde im Normalfall ein mehrköpfiges Gremium entscheiden, heißt es in dem Bericht. Die Umwandlung der Sperre Baloguns vor dem Achtelfinale der USA gegen Belgien beruhte auf Artikel 27 der FIFA-Disziplinarordnung und ist äußerst selten. Bei einer Weltmeisterschaft wurde eine automatische Spielsperre wegen einer Roten Karte noch nie aufgehoben.

Trumps Einmischung und Infantinos Beteuerungen

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor nach eigenen Angaben mit einem Anruf bei der FIFA um eine Überprüfung der Sperre gebeten. FIFA-Präsident Gianni Infantino betonte später in einer Stellungnahme, dass die FIFA-Disziplinarkommission „unabhängig“ sei. Später veröffentlichte der Weltverband eine Erklärung des Vorsitzenden der FIFA-Disziplinarkommission, in der ebenfalls betont wird, dass das Gremium „unabhängig“ sei. Der Weltverband äußerte sich bislang nicht zu dem „Times“-Bericht.

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Scharfe Kritik von UEFA und DFB

Die Entscheidung und die Kommunikation der FIFA im Fall Balogun war von vielen Seiten scharf kritisiert worden. Auch die Europäische Fußball-Union UEFA und der Deutsche Fußball-Bund stellten sich gegen die Entscheidung und forderten weitere Aufklärung. Eine genaue Begründung zur Aufhebung der Sperre lieferte die FIFA bislang nicht.

Ähnlicher Fall bei Ronaldo

Einen ähnlichen Fall gab es schon im Vorfeld des Turniers: Eine Rotsperre für Superstar Cristiano Ronaldo war ebenfalls zur Bewährung ausgesetzt worden. Er hätte eigentlich die ersten beiden Spiele seiner mutmaßlich letzten Weltmeisterschaft verpasst. Die Vorgehensweise der FIFA wirft weiterhin Fragen auf und belastet das Image des Weltverbandes.

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