Historisches Krim-Museum bei ukrainischem Drohnenangriff getroffen
Historisches Krim-Museum bei Drohnenangriff getroffen

Bei massiven ukrainischen Drohnenangriffen auf Russland ist auf der annektierten Halbinsel Krim ein historisches Museum in Sewastopol getroffen worden. Das Dach des Museums, das an den Krimkrieg von 1853 bis 1856 erinnert, geriet in Brand, wie die örtlichen Behörden am Mittwoch mitteilten. Angaben über Opfer gab es zunächst nicht.

Panoramaausstellung schwer beschädigt

Nach Angaben des regionalen Gouverneurs Michail Ratschowajew wurde bei dem Angriff die Panoramaausstellung „Verteidigung von Sewastopol 1854–1855“ getroffen. Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben zum getroffenen Kunstwerk bislang nicht. „Schon jetzt ist klar, dass das Panorama von Franz Roubaud praktisch zerstört ist“, beklagte der russische Politiker und ergänzte in propagandistischer Weise, dass das 115 Meter lange und 14 Meter hohe Panoramarundgemälde „eine Chronik der ewigen Wiedergeburt“ sei, nachdem das Kunstwerk bereits zuvor bei „Angriffen der nationalsozialistischen Besatzer“ zumindest teilweise zerstört worden sei.

Auswirkungen auf die Region

Wegen der zunehmenden Luftangriffe schränkten die Behörden den nächtlichen Zugverkehr auf der Krim ein. Zuvor war in dieser Woche bei einem Drohnenangriff ein Bahnarbeiter getötet und ein Lokführer verletzt worden.

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Ukraine greift russische Ziele tief im Landesinneren an

Ukrainische Angriffe gab es auch in Russland selbst, teils tief im Landesinneren. Ziel war wieder die Energie- und Industrieinfrastruktur. In Nowokuibyschewsk in der Region Samara, einem wichtigen Öl-Knotenpunkt an der Wolga mit mehreren Raffinerien des Staatskonzerns Rosneft, wurde die Drohnenabwehr aktiv. Laut lokalen Medienberichten forderten die Behörden die Einwohner der Millionenstadt Samara auf, Schutz zu suchen, während der öffentliche Nahverkehr wegen Luftalarm eingestellt worden war.

In der an die Ukraine grenzenden Region Rostow geriet ein Treibstofftank in Brand, während in der zentralen Region Wladimir zwei Industrieanlagen in Brand gerieten. Sogar in weit entfernten Regionen im Ural und in Sibirien wie Chanty-Mansijsk, Perm, Tjumen, Tscheljabinsk und Swerdlowsk wurde Luftalarm ausgelöst.

Luftabwehr erfolgreich?

Insgesamt schoss die russische Luftabwehr nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau in der Nacht 326 ukrainische Drohnen ab. Die Nachrichtenagentur Reuters konnte die Berichte nicht unabhängig überprüfen.

Angriffe auf Ölanlagen führen zu Treibstoffmangel auf der Krim

Die Ukraine hat in den vergangenen Monaten ihre Angriffe vor allem auf Anlagen der russischen Ölindustrie verstärkt, um eine wichtige Einnahmequelle der Regierung in Moskau zur Finanzierung ihres Angriffskriegs zu schwächen. Dies hat Russland dazu gezwungen, seine Ölförderung zu drosseln. Der Export von Benzin und Kerosin wurde gestoppt. Auf der Krim herrscht zu Beginn der russischen Urlaubssaison Treibstoffmangel.

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