Die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz hat nach eigenen Angaben einen weiteren saudischen Öltanker im Roten Meer angegriffen. Der 180 Meter lange Tanker „NCC Wafa“ sei in der Nähe von Janbu mit Raketen beschossen worden, teilte Militärsprecher Jahja Sari mit. Janbu ist ein zentraler Hafen Saudi-Arabiens, über den das Königreich derzeit einen Großteil seines Öls exportiert, um die blockierte Straße von Hormus zu umgehen.
Angriffswelle auf saudische Schiffe
Die Huthi haben nach eigenen Angaben bereits acht saudische Tanker angegriffen. Zudem seien 29 saudische Tanker wegen der Drohungen und Angriffe gezwungen worden, ihre Kurse zu ändern. Die Miliz führt seit mehr als zehn Jahren Krieg gegen die von Saudi-Arabien unterstützte Regierung im Jemen. Der Konflikt eskalierte vor einigen Wochen erneut, nachdem es Luftangriffe in Sanaa, dem Machtzentrum der Huthi, gegeben hatte. Als Reaktion begannen die Huthi, saudische Schiffe im Roten Meer anzugreifen oder sie zur Umkehr zu zwingen.
Bedrohung für den Welthandel
Die Angriffe wecken Befürchtungen, dass die wichtige Meerenge Bab al-Mandab faktisch geschlossen werden könnte. Der Verkehr durch die Meerenge, die die Miliz vom Jemen aus kontrolliert, läuft nach Angaben unabhängiger Datenanbieter vorerst weiter. Bab al-Mandab liegt auf dem kürzesten Seeweg zwischen Asien und Europa über den Indischen Ozean, das Rote Meer und den Suezkanal. In normalen Zeiten passieren etwa zehn Prozent des weltweiten Seehandels diese Meerenge. Bereits ab 2023 hatten die Huthi mit Angriffen in der Region den Welthandel massiv beeinträchtigt.
Hintergrund: Die Huthi und ihre Verbündeten
Die schiitischen Huthi sind mit Teheran verbündet und werden vom Iran finanziell und mit Waffen unterstützt. Sie gelten als Teil der sogenannten „Achse des Widerstands“, die unter Führung Teherans den Einfluss Israels und der USA in der Region zurückdrängen will. Im Vergleich zur Hisbollah im Libanon handeln die Huthi jedoch unabhängiger von Teheran. Ihr Hauptziel ist es, ihre Machtbasis im Jemen zu sichern.



