Experten warnen vor einer möglichen Beteiligung Nordkoreas im Taiwan-Konflikt: Diktator Kim Jong-un könnte China mit Waffen, Munition und Geheimdienst-Informationen unterstützen. Dies könnte den Konflikt auf die koreanische Halbinsel ausweiten, wie aus einer Analyse hervorgeht.
Kim Jong-uns Gipfel mit Xi Jinping
Im Juni empfing Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un den chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping mit viel Pomp in Pjöngjang. Der zweitägige Besuch war Xis bislang einzige Auslandsreise in diesem Jahr und wurde weltweit beachtet. Auch in Taiwan verfolgte man den Gipfel aufmerksam, da die beiden Autokraten im Staatsgästehaus Kumsusan auch über den von China beanspruchten Inselstaat sprachen.
Kim versicherte seinem Gast, Nordkorea werde Pekings „Kerninteressen und das Ein-China-Prinzip verteidigen“ – „egal, wie sich die Situation verändert“. Diese Aussage könnte weitreichende Folgen haben, wie Experten nun betonen.
Mögliche Unterstützung Nordkoreas
Laut Sicherheitsexperten könnte Nordkorea im Falle eines Konflikts um Taiwan nicht nur politische Solidarität zeigen, sondern auch militärische Unterstützung leisten. Dazu zählen Waffenlieferungen, Munition sowie die Weitergabe von Geheimdienstinformationen. Eine solche Beteiligung würde die Lage erheblich verschärfen und den Konflikt auf die koreanische Halbinsel ausweiten, wo bereits Spannungen herrschen.
Die genauen Modalitäten einer solchen Unterstützung sind unklar, doch die enge Verbindung zwischen Pjöngjang und Peking lässt vermuten, dass Kim im Ernstfall an der Seite Chinas stehen würde. Dies würde die USA und ihre Verbündeten in der Region vor neue Herausforderungen stellen.
Auswirkungen auf die Region
Sollte Nordkorea tatsächlich eingreifen, könnte dies die militärische Balance in der Region verschieben. China könnte auf zusätzliche Ressourcen zurückgreifen, während Südkorea und Japan gezwungen wären, ihre Verteidigungsstrategien zu überdenken. Auch die USA, die Taiwan militärisch unterstützen, müssten ihre Planungen anpassen.
Experten fordern daher eine genaue Beobachtung der nordkoreanischen Aktivitäten und eine verstärkte diplomatische Zusammenarbeit, um eine Eskalation zu verhindern. Die internationale Gemeinschaft müsse deutlich machen, dass eine Einmischung Nordkoreas in den Taiwan-Konflikt inakzeptabel wäre.



