Russland hat in der Nacht zum Dienstag einen massiven Angriff auf die Ukraine gestartet. Insgesamt wurden 656 Drohnen und 73 Raketen eingesetzt, die vor allem die Hauptstadt Kyjiw und andere Großstädte trafen. Mindestens 20 Zivilisten kamen ums Leben, Dutzende wurden verletzt. Die Behörden sprechen von der schwersten Angriffswelle seit Monaten.
Putins neue Dimension des Krieges
Machthaber Wladimir Putin selbst bezeichnete die Kampagne als eine „neue Dimension“ des Krieges. Doch Militärexperten und Analysten sehen dahinter vor allem eines: Ratlosigkeit. „Der Kreml weiß nicht mehr weiter und setzt auf reine Zerstörung“, kommentiert ein ranghoher ukrainischer Offizier. Die Angriffe zielen nicht auf militärische Einrichtungen, sondern vor allem auf Wohngebiete und die Energieinfrastruktur.
Schreckensnacht mit Ansage
Bereits am Vorabend hatten die ukrainischen Behörden vor einem möglichen Großangriff gewarnt. Die Luftalarme heulten stundenlang. In Kyjiw waren Explosionen in mehreren Stadtteilen zu hören. Rettungskräfte waren die ganze Nacht im Einsatz, um Brände zu löschen und Verschüttete zu bergen. Besonders betroffen war der Stadtteil Dnipro, wo eine Rakete ein Wohnhaus traf. Mindestens fünf Menschen starben dort unter den Trümmern.
Reaktionen aus dem Westen
Die internationale Gemeinschaft verurteilte die Angriffe scharf. Die EU-Außenbeauftragte sprach von „barbarischen Taten“. Die USA kündigten weitere Waffenlieferungen an, darunter zusätzliche Luftabwehrsysteme. Bundeskanzler Olaf Scholz zeigte sich erschüttert und sicherte der Ukraine weitere Unterstützung zu. „Putins Terror wird uns nicht einschüchtern“, sagte er in einer ersten Stellungnahme.
Zivile Opfer und Zerstörung
Neben den Todesopfern gibt es zahlreiche Verletzte. Krankenhäuser sind überlastet. Die Strom- und Wasserversorgung ist in mehreren Regionen zusammengebrochen. Die ukrainische Regierung ruft die Bevölkerung auf, in Schutzräumen zu bleiben. „Wir werden uns nicht unterkriegen lassen“, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Videobotschaft. Er forderte den Westen erneut auf, die Sanktionen gegen Russland zu verschärfen.
Analyse: Ausdruck von Ratlosigkeit
Militärexperten wie der ehemalige Nato-General Hans-Lothar Domröse sehen in der Angriffswelle ein Zeichen von Schwäche. „Russland kann am Boden keine Erfolge erzielen und versucht nun, mit Terror gegen die Zivilbevölkerung zu reagieren“, so Domröse. Die hohe Zahl der Drohnen deute darauf hin, dass Moskau seine Bestände an präzisen Raketen weitgehend aufgebraucht habe. Die Angriffe seien zwar schrecklich, aber militärisch wenig zielführend.
Ausblick
Die Ukraine bereitet sich auf weitere Angriffe vor. Die Luftabwehr wurde verstärkt, die Energieversorgung wird notdürftig repariert. Der Winter steht bevor, und die Sorge vor einer humanitären Katastrophe wächst. Die Vereinten Nationen haben eine Dringlichkeitssitzung einberufen. Ob die Angriffe tatsächlich eine neue Eskalationsstufe darstellen oder nur eine Verzweiflungstat, wird sich in den kommenden Tagen zeigen.



