Ein ukrainischer Schwerverbrecher, der zu 21 Jahren Haft verurteilt wurde, ist am vergangenen Wochenende nur knapp einem Befreiungsversuch entgangen. Der 45-Jährige war unter Berufung auf einen medizinischen Notfall in ein Krankenhaus in Landshut eingeliefert worden. Noch während der Behandlung soll der Sohn des Häftlings gemeinsam mit einem Komplizen versucht haben, ihn aus der Klinik zu befreien.
SEK-Einsatz und Festnahmen
Spezialeinsatzkräfte der Polizei stürmten daraufhin das Krankenhaus, wie ein auf TikTok verbreitetes Video zeigt. Der Aufnahme zufolge waren mehrere schwer bewaffnete Einsatzkräfte im Gebäude unterwegs. Die Polizei bestätigte den Einsatz, machte aber zunächst keine weiteren Angaben zu den Hintergründen. Parallel dazu griffen Zielfahnder der Polizei den 23-jährigen Sohn des Häftlings und einen 37-jährigen Komplizen an der Justizvollzugsanstalt (JVA) auf, wo der Verurteilte eigentlich inhaftiert ist.
Ermittler kamen Fluchtplan auf die Spur
Nach Informationen von BILD waren die Ermittler durch einen Hinweis auf den geplanten Befreiungsversuch aufmerksam geworden. „Die Planung war offenbar schon länger im Gange“, sagte ein Polizeisprecher. Die genauen Umstände, wie die Behörden von dem Vorfall erfuhren, sind noch Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Überrascht zeigten sich auch die Anwälte des Häftlings, die von der Aktion nichts gewusst haben wollen.
Häftling bleibt in Haft
Der ukrainische Schwerverbrecher, dessen Identität aus ermittlungstaktischen Gründen nicht preisgegeben wurde, befindet sich nach dem missglückten Befreiungsversuch weiterhin in Gewahrsam. Er war ursprünglich wegen schwerer Straftaten verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun gegen den Sohn und den Komplizen wegen versuchter Gefangenenbefreiung und weiterer Delikte.



