Russland hat die Ukraine in der Nacht zum 19. Juli 2026 mit der größten Anzahl ballistischer Raketen seit Kriegsbeginn angegriffen. Nach Angaben des ukrainischen Außenministers Andrij Sybiha feuerte Russland rund vier Dutzend dieser Raketen ab. Die ukrainische Luftwaffe präzisierte, dass insgesamt 41 Raketen eingesetzt wurden, von denen die Luftabwehr 18 abfing. Hauptziel war die Hauptstadt Kiew, wo mindestens ein Mensch getötet und 13 weitere verletzt wurden, so die Behörden.
Schäden in Kiew und Umgebung
In Kiew und der umliegenden Region brachen Brände aus, unter anderem in einem Wohnheim, einem Wohnhaus und einem Supermarkt, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko mit. Dutzende Explosionen waren im Zentrum der Dreimillionenstadt zu hören. Die ukrainische Luftwaffe berichtete von mehr als zwei Dutzend ballistischen Raketen, die auf Ziele in und nahe der Hauptstadt abgefeuert wurden. Sybiha bezeichnete den Angriff als brutalen Terrorakt und forderte angemessene Reaktionen sowie mehr Druck auf Moskau.
Ukrainische Angriffe auf russische Schiffe
Die ukrainischen Streitkräfte griffen in der Nacht zum Sonntag zwei russische Öltanker im Schwarzen Meer sowie einen Schwimmkran im Asowschen Meer an. Alle drei Ziele seien zur Unterstützung der russischen Kriegsanstrengungen genutzt worden, teilte der ukrainische Generalstab mit. Die Ukraine hat zuletzt verstärkt Tanker im Schwarzen Meer ins Visier genommen. Der Chef der ukrainischen Drohnentruppen, Robert Browdi, gab an, dass insgesamt 13 weitere russische Schiffe getroffen wurden, womit die Gesamtzahl auf 172 steige. Darunter seien acht Frachter, ein Tanker, ein Gastransportschiff, ein Schlepper und zwei Schwimmkräne. Von unabhängiger Seite waren die Angaben nicht überprüfbar.
Auswirkungen auf russische Logistik
Nach Darstellung Browdis führt die sogenannte „Flottenjagd“ dazu, dass Moskau Drohneneinheiten von der Front abzieht, um den Schiffsverkehr zu schützen. Dies schwäche den Gegner an der Front. Er kündigte an, die Operationen bis in die erste Augusthälfte fortzusetzen. Neben den Rubikon-Einheiten würden auch Kräfte der 51. Luftabwehrdivision und eines Flugabwehrregiments der Schwarzmeer-Flotte eingesetzt.
Russische Bombenangriffe auf Kramatorsk
Bei russischen Bombenangriffen auf die ostukrainische Stadt Kramatorsk wurden mindestens zwei Menschen getötet und einer verletzt, teilte der Militärgouverneur des Gebiets Donezk, Wadym Filaschkin, mit. Die russische Luftwaffe habe drei Gleitbomben abgeworfen. Filaschkin forderte die verbliebenen Einwohner zur Flucht auf, da Kramatorsk nur etwa zwölf Kilometer von der Frontlinie entfernt liegt.
Angriff auf Hafen Odessa
Bei einem russischen Raketenangriff auf den Hafen von Odessa wurde ein Frachter unter der Flagge von Antigua und Barbuda getroffen. Ein Mensch wurde getötet, drei weitere verletzt, so Regionalgouverneur Oleh Kiper. Hafeneinrichtungen wie Gebäude, Lagertanks und Lagerhäuser wurden beschädigt. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, zwei Häfen in der Region Odessa seien angegriffen worden, darunter ein Frachter mit Gütern für die ukrainische Armee sowie Treibstofftanks in Odessa.
Ukrainische Drohnenangriffe auf Russland
Bei ukrainischen Drohnenangriffen auf Russland wurden in der Region Tambow mindestens sieben Menschen getötet und 25 verletzt, als ein Lagerhaus des Online-Händlers Wildberries in Kotowsk getroffen wurde. Gouverneur Jewgeni Perwyschow sprach von Mitarbeitern der Nachtschicht. In der Region Moskau lösten Trümmer abgeschossener Drohnen einen Brand in einem Öllager in Noginsk aus, zwei Menschen wurden verletzt, eine Geburtsklinik evakuiert. Insgesamt schoss die Luftabwehr 28 Drohnen ab.
Selenskyj: Zwei Logistikzentren in Russland attackiert
Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, die Ukraine habe zwei wichtige Logistikzentren in den Regionen Moskau und Tambow sowie eine Ölanlage angegriffen. Die Zentren seien für die Lieferung sanktionierter Bauteile für die Drohnenproduktion genutzt worden. Russischen Angaben zufolge wurde ein Wildberries-Lager getroffen, wobei sieben Mitarbeiter starben.
Diplomatische Entwicklungen
Selenskyj bemüht sich um Entspannung der Beziehungen zu Polen nach einem Eklat um die Benennung einer Armeeeinheit. Er kündigte an, Untersuchungen zu Massakern an Polen durch die UPA im Zweiten Weltkrieg auszuweiten und Geheimdienstarchive zu öffnen. Die EU verhängte Sanktionen gegen eine russische Managerin und fünf Unternehmen wegen Drohnenproduktion. Zudem verhandelt die EU über ein 21. Sanktionspaket gegen Russland.
Wirtschaftliche Auswirkungen
Russische Landwirte leiden unter einer Treibstoffkrise und der militärischen Eskalation im Asowschen Meer. Die Treibstoffkrise ist eine Folge ukrainischer Drohnenangriffe auf Raffinerien. Experten zufolge könnte Russland fünf bis zehn Millionen Tonnen Weizen weniger exportieren, falls das Asowsche Meer nicht für die Schifffahrt geöffnet wird. Russland importierte erstmals Benzin aus Kasachstan, um Engpässe zu lindern.
Militärische Verstärkung
Großbritannien erhöht seine Militärpräsenz in Estland um 300 Soldaten auf insgesamt 1.200. Die Truppe wird mit mobilen Fahrzeugen, fortschrittlichen Waffensystemen und Drohnen ausgerüstet. Ziel ist die Verteidigung von NATO-Territorium und die Abschreckung Russlands.



