Im Süden des Iran sind nach einem US-Militärangriff Tausende Menschen von der Trinkwasserversorgung abgeschnitten. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Mehr berichtet, ist die Wasserversorgung der Stadt Kuhestak in der Provinz Hormusgan sowie von zehn umliegenden Dörfern vollständig zusammengebrochen. Ein örtlicher Behördenvertreter erklärte, dass rund 20.000 Einwohnerinnen und Einwohner in der Region keinen Zugang mehr zu sauberem Trinkwasser hätten.
Extreme Hitze verschärft die Notlage
Die betroffene Region leidet bereits unter schwierigen klimatischen Bedingungen. An der iranischen Südküste herrschen derzeit Temperaturen von weit über 30 Grad Celsius. Die Menschen sind durch die extreme Hitze ohnehin stark belastet. Nun kommt der Ausfall der Wasserversorgung hinzu, der die Lage dramatisch verschärft. Iranische Medien haben Fotos veröffentlicht, die zerstörte Wasserbecken zeigen sollen, die offenbar durch die US-Angriffe beschädigt wurden.
Hintergrund der US-Luftangriffe
Die Schäden an der Wasserinfrastruktur entstanden bei erneuten Angriffen der US-Armee. In der Nacht zum Mittwoch führten US-Streitkräfte Luftschläge auf die Hafenstädte Dschask und Sirik sowie auf die Insel Qeschm in der strategisch wichtigen Straße von Hormus durch. Die USA begründeten die Angriffe mit dem Abschuss eines US-Hubschraubers durch iranische Kräfte.
Politische Reaktionen und Eskalation
US-Präsident Donald Trump äußerte sich am Nachmittag deutscher Zeit erneut scharf in Richtung Iran. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er: „Sie haben zu lange gebraucht, um einen für sie großartigen Deal auszuhandeln, jetzt müssen sie die Konsequenzen tragen!“ Ohne Belege behauptete Trump zudem, das iranische Militär sei weitgehend besiegt und die Streitkräfte befänden sich in einem chaotischen Zustand. Diese Darstellung wird jedoch durch neue Raketen- und Drohnenangriffe auf mutmaßliche US-Stützpunkte in Bahrain, Jordanien und Kuwait infrage gestellt.
Die Verhandlungen über ein Rahmenabkommen zwischen den USA und Iran ziehen sich seit Wochen hin. Teheran kritisierte die aktuellen US-Angriffe auf die Trinkwasserversorgung von Kuhestak scharf und bezeichnete sie als „unter falschem Vorwand“ erfolgt.
Auswirkungen auf die Finanzmärkte
Die anhaltenden Spannungen zwischen den USA und Iran haben auch die internationalen Finanzmärkte belastet. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor am Vormittag (Ortszeit) 0,6 Prozent auf 50.597 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500-Index fiel um 0,4 Prozent auf 7.357 Zähler. Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung in der Region drückte die Stimmung der Anleger.



