Washington – Im Krieg gegen den Iran zeichnet sich ein ernstes Problem für die US-Streitkräfte ab: Nach über fünf Monaten Kampfhandlungen sind die Bestände an wichtigen Langstreckenraketen nahezu erschöpft. Wie Insider der Nachrichtenagentur Reuters berichten, haben die USA „nahezu alle“ ihrer Boden-Boden-Raketen vom Typ ATACMS (Army Tactical Missile System) und PrSM (Precision Strike Missile) verschossen. Diese Präzisionswaffen gelten als unverzichtbar für mögliche Konflikte mit China oder Russland.
Tomahawk-Bestände halbiert
Doch damit nicht genug: Laut einer weiteren Quelle haben die USA seit Kriegsbeginn auch fast die Hälfte ihres weltweiten Bestands an Tomahawk-Marschflugkörpern verbraucht. Gleichzeitig schrumpfen die Reserven an Patriot-Abfangraketen und THAAD-Systemen zur Raketenabwehr drastisch. Ein aktueller Bericht des Center for Strategic and International Studies (CSIS) kommt zu dem Schluss, dass zwischen Februar und Juli dieses Jahres rund 65 Prozent der Patriot-Abfangraketen verbraucht wurden. Die THAAD-Bestände seien um mindestens 38 Prozent gesunken. Zwei Insider bestätigten, dass diese Zahlen mit internen US-Daten übereinstimmen.
Trump beschwichtigt – Pentagon gibt Entwarnung
US-Präsident Donald Trump (80) will von Engpässen nichts wissen. In einer Erklärung des Weißen Hauses heißt es, die USA hätten „weit mehr Munition als irgendjemand sonst auf der Welt“ und „weit mehr, als wir brauchen“. Zudem würden Rüstungsunternehmen ihre Produktion auf Rekordniveau steigern.
Auch das Pentagon weist die Sorgen zurück. Sprecher Sean Parnell (63) erklärte: „Das amerikanische Militär ist das mächtigste der Welt und verfügt über alles, was es braucht, um zu einem vom Präsidenten gewählten Zeitpunkt und Ort zu handeln.“
Experten sehen die Lage allerdings differenzierter. Zwar laufe die Produktion vieler Waffensysteme auf Hochtouren. Bei einem langwierigen Krieg könnten die Vorräte jedoch knapp werden.
Warum so viele Raketen?
Die USA greifen gemeinsam mit Israel den Iran an. Ursprünglich war mit einem kurzen Konflikt gerechnet worden – doch alle Friedensbemühungen blieben bislang erfolglos.
Ein Insider erklärt den enormen Munitionsverbrauch damit, dass die Trump-Regierung bewusst riskante Einsätze mit bemannten Kampfflugzeugen vermeiden wolle. Gleichzeitig wird in Washington intensiv darüber diskutiert, wie lange die Angriffe fortgesetzt werden können, ohne die Fähigkeit der US-Streitkräfte zu gefährden, auf andere Krisen weltweit zu reagieren.
Die teuren Hightech-Waffen kosten mehr als eine Million Dollar pro Stück. Ihr Verbrauch in diesem Konflikt wirft Fragen nach der langfristigen Einsatzbereitschaft der Supermacht auf. Die Diskussion über die Munitionsreserven dürfte in den kommenden Wochen an Intensität gewinnen, da der Krieg im Nahen Osten weitergeht.



