Brandenburg: Jeder zehnte Arbeitnehmer ist Ausländer
Brandenburg: Jeder zehnte Arbeitnehmer ist Ausländer

Rund jeder zehnte Arbeitnehmer in Brandenburg besitzt einen ausländischen Pass. Laut dem ersten Lagebild zu Zuwanderung und Integration, das Integrationsminister René Wilke (SPD) am Dienstag vorstellte, machen ausländische Beschäftigte 11,8 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Land aus. Die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2024, da neuere Daten noch nicht vorliegen.

Fast Verdreifachung seit 2014

Der Ausländeranteil an der Bevölkerung Brandenburgs hat sich seit 2014 fast verdreifacht. Waren es damals rund 60.000 Ausländer, sind es heute etwa 170.000 – ein Anstieg von über 180 Prozent. Diese Entwicklung zeigt, dass Zuwanderung längst zu einem strukturellen Fundament der brandenburgischen Wirtschaft geworden ist, so Wilke bei der Vorstellung des Berichts.

Wer kommt und wo er arbeitet

Die meisten ausländischen Beschäftigten stammen aus Polen, gefolgt von Syrern und Ukrainern. Sie arbeiten überdurchschnittlich häufig in der Landwirtschaft, im Baugewerbe, in der Gastronomie und in der Logistik. In einigen Branchen wie der Fleischverarbeitung liegt der Ausländeranteil sogar bei über 30 Prozent. Ohne diese Arbeitskräfte wären viele Betriebe nicht mehr konkurrenzfähig, betont der Bericht.

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Hitzige Debatte trotz wirtschaftlicher Notwendigkeit

Obwohl die Wirtschaft auf Zuwanderer angewiesen ist, bleibt die Debatte darüber hitzig. Kritiker befürchten eine Überlastung der Infrastruktur und Integrationprobleme. Wilke hingegen sieht in der Zuwanderung eine Chance: „Wir müssen die Potenziale der Zuwanderer besser nutzen und ihnen schneller Arbeitsplätze anbieten“, sagte er. Der Lagebericht solle dazu beitragen, die Diskussion zu versachlichen und auf Fakten zu basieren.

Integration als Schlüssel

Der Bericht zeigt auch, dass die Integration in den Arbeitsmarkt gut gelingt, wenn Sprachkurse und Qualifizierungsmaßnahmen frühzeitig ansetzen. Allerdings gibt es deutliche Unterschiede: Während Geflüchtete aus der Ukraine oft schnell Arbeit finden, dauert es bei anderen Gruppen länger. Die Landesregierung will daher die Integrationskurse ausbauen und die Anerkennung ausländischer Abschlüsse beschleunigen.

Insgesamt mahnt der Minister, dass Brandenburg ohne Zuwanderung wirtschaftlich nicht bestehen könne. „Wir brauchen die Menschen aus dem Ausland, um unseren Wohlstand zu sichern“, so Wilke. Der Lagebericht soll künftig jährlich erscheinen und die Entwicklung transparent machen.

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