USA greifen 140 Ziele im Iran an: Eskalation in der Straße von Hormus
USA greifen 140 Ziele im Iran an

US-Militär beendet Angriffswelle – 140 Ziele getroffen

Das US-Militär hat eigenen Angaben zufolge seine jüngste Angriffswelle gegen den Iran beendet. Die Attacke sei ein Vergeltungsschlag für den Angriff auf ein weiteres Handelsschiff in der Straße von Hormus gewesen, teilte das zuständige US-Regionalkommando Centcom mit. Nach einer früheren Centcom-Mitteilung handelte es sich dabei um das unter zyprischer Flagge fahrende Containerschiff „GFS Galaxy“. Irans Revolutionsgarden hatten eigenen Angaben zufolge Warnschüsse gegen das Schiff abgegeben und es gestoppt, weil es sich auf einer nicht genehmigten Route befunden habe. An Bord des Schiffes brach laut Centcom ein Feuer aus. Wegen erheblicher Schäden konnte es seine Fahrt demnach nicht fortsetzen.

Die US-Streitkräfte griffen in der vergangenen Nacht eigenen Angaben zufolge rund 140 iranische Militärziele mit Präzisionsmunition an, die von land- und seegestützten Kampfflugzeugen, Drohnen und Marineschiffen abgefeuert wurde. Zu den Zielen gehörten demnach iranische Raketen- und Drohnenstellungen, Marineeinrichtungen, Munitionslager, Kommunikationsnetze und Küstenüberwachungsstandorte. Insgesamt habe Centcom während der drei Angriffswellen binnen einer Woche auf Anweisung von US-Präsident Donald Trump mehr als 300 Ziele getroffen. Damit solle die Fähigkeit des Iran geschwächt werden, zivile Seeleute und Handelsschiffe anzugreifen, die die Straße von Hormus durchquerten.

Iran greift weiteres Schiff an und droht mit Vergeltung

Der Iran hat nach eigenen Angaben ein weiteres Schiff in der Straße von Hormus angegriffen. „Ein zweites Schiff, dem Verstöße gegen die Vorschriften in der Straße von Hormus vorgeworfen werden, wurde angegriffen“, erklärten die iranischen Revolutionsgarden am Sonntag in einer vom Staatsfernsehen und der Nachrichtenagentur Irna verbreiteten Erklärung. Sie griffen demnach außerdem einen US-Stützpunkt in Katar mit Raketen an. Die Revolutionsgarden hatten bereits am frühen Sonntagmorgen nach eigenen Angaben Warnschüsse auf ein Schiff abgefeuert, das eine „nicht genehmigte Route“ in der Straße von Hormus befahren habe. Sie verkündeten zudem die Sperrung der für den Welthandel wichtigen Meerenge.

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Nach der Bestattung von Irans oberstem Führer Ajatollah Ali Chamenei hat die Staatsführung Rache für seinen Tod geschworen. „Rache ist die Forderung unseres Volkes und muss ganz gewiss erfolgen“, hieß es in einer im Staatsfernsehen verlesenen Mitteilung, die Chameneis Sohn und Nachfolger Modschtaba zugeschrieben wurde. Chamenei war am 28. Februar durch einen israelischen Luftangriff auf seinen Amtssitz in Teheran getötet worden. Seit seiner Ernennung zum neuen obersten Führer vor mehr als vier Monaten ist Modschtaba Chamenei öffentlich nicht in Erscheinung getreten. US-Medienberichten zufolge soll er bei dem Luftangriff, bei dem sein Vater getötet wurde, schwer verletzt worden sein.

Iran wirft USA Vertragsbruch vor – Trump droht mit vollständiger Zerstörung

Der Iran hat den USA nach der bereits dritten Angriffswelle diese Woche Vertragsbruch vorgeworfen. „Die Zeit der einseitigen Abmachungen ist VORBEI. Wir haben es euch gesagt: Haltet euer Wort oder zahlt den Preis“, schrieb der iranische Parlamentspräsident und Verhandlungsführer Mohammed Bagher Ghalibaf auf X. Vertreter aus Washington und Teheran hatten sich Mitte Juni auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das den Weg für ein dauerhaftes Ende des Kriegs ebnen soll. Darin war vereinbart worden, innerhalb von 60 Tagen einen endgültigen Deal auszuhandeln. Es beinhaltet auch die Forderung nach einer Öffnung der für den Handel wichtigen Straße von Hormus.

US-Präsident Donald Trump hat dem Iran erneut vorgeworfen, ein Attentat auf ihn zu planen. „1000 Raketen sind schussbereit und auf die Islamische Republik Iran gerichtet, und Tausende weitere werden unmittelbar folgen, sollte die iranische Regierung ihre in vielen Teilen der Welt ausgesprochene Drohung wahr machen, den amtierenden Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, in diesem Fall MICH, zu ermorden oder das zu versuchen“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. „Die Befehle wurden bereits erteilt, und das US-Militär ist bereit, willens und in der Lage, innerhalb eines Jahres, vorbehaltlich einer Verlängerung, alle Gebiete des Iran vollständig zu dezimieren und zu zerstören“, so Trump weiter.

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Washington fordert Öffnung der Straße von Hormus – Zweifel an Atomdeal

Die USA fordern Medienberichten zufolge ein Bekenntnis des Irans zu einer freien und sicheren Schifffahrt in der Straße von Hormus. Die iranische Führung solle öffentlich versichern, dass die Meerenge offen sei und der Iran von Angriffen auf Handelsschiffe absehe, schrieben unter anderem das Portal „Axios“ und das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf US-Regierungsbeamte. Einer der Beamten habe schwere Konsequenzen angedeutet, sollte eine solche Zusage nicht bis heute erfolgen. Welche Folgen gemeint waren und ob es tatsächlich eine bestimmte Frist gibt, blieb unklar.

US-Präsident Donald Trump hat das Ende der Waffenruhe im Iran-Krieg bekräftigt. Die Vereinigten Staaten hätten dem Iran unmissverständlich klargemacht, dass die Waffenruhe „VORBEI“ sei, schrieb er auf der Plattform Truth Social. Zugleich ließ er die Tür für Gespräche weiter offen. Trump schrieb dazu konkret, Teheran habe um eine Fortführung von Gesprächen gebeten. Er schrieb weiter, dass man dem zugestimmt habe. Bereits auf dem Nato-Gipfel in dieser Woche hatte Trump erklärt, die Waffenruhe sei aus seiner Sicht beendet.

Forscher sehen Hinweise auf Reparaturen an Atomanlagen im Iran

Satellitenbilder legen Forschern zufolge die Vermutung nahe, dass der Iran eine bekannte Militärforschungsanlage wieder aufbaut. Entsprechende Aktivitäten seien in den vergangenen Wochen etwa an dem Militärkomplex in Parchin zu sehen gewesen, wie das auf Nuklearthemen spezialisierte Institute for Science and International Security berichtet. Den Forschern zufolge war die Anlage zu Beginn des Krieges mehrfach getroffen worden. Nachdem Satellitenbilder anfangs Aufräumarbeiten zeigten, mehrten sich demnach in den vergangenen Wochen Hinweise auf dauerhafte Reparaturen. Dazu zählen mehrere Betonmischer und andere Vorrichtungen, um die Einschlaglöcher dauerhaft zu versiegeln.

Der sogenannte Taleghan-Komplex hat in der Vergangenheit immer wieder zu Spekulationen geführt. Der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zufolge wurde dort im Rahmen des iranischen Amad-Programms bis 2003 an Technologien gearbeitet, die für Atomwaffen relevant sein könnten. Iran bestreitet die Existenz des Programms. Bei der nach Einschätzung der IAEA wichtigsten Lagerstätte für Uran, Isfahan, gebe es hingegen keine verdächtige Aktivität, berichtete CNN. Gleiches gelte für Natans und Fordo. Die drei Anlagen waren bereits im Sommer vergangenen Jahres von den USA bombardiert worden.

Iran droht Israel mit Luftangriffen – Bundeswehr räumt Feldlager im Irak

Der Iran hat mit Luftangriffen auf Israel für den Fall gedroht, dass iranische Infrastrukturanlagen erneut unter Beschuss kommen sollten. Für jeden Angriff auf die Infrastruktur werde es „Vergeltung geben“, warnte der Chef des Nationalen Sicherheitsrats, Mohammad Bagher Solghadr, am Freitag in einer vom Staatsfernsehen verbreiteten Erklärung. Dabei werde auch „das für diese Gräuel verantwortliche, kriminelle zionistische Regime“ nicht verschont werden, fügte Solghadr mit Verweis auf Israel hinzu. Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz sagte am Donnerstag, Israel sei bereit, seine Militäreinsätze gegen den Iran bei Bedarf wieder aufzunehmen – und zwar mit „noch größerer Härte“ als zuvor.

Die Bundeswehr räumt das mehrfach zum Ziel von Angriffen gewordene Feldlager im nordirakischen Erbil. Eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums in Berlin bestätigte einen Bericht des „Spiegel“, wonach der Bundestag darüber informiert wurde. Sie sagte, die Bundeswehr wolle den „Fußabdruck verringern“, also den Umfang der Präsenz verkleinern. Weiterhin werde es einen deutschen Beitrag zur Ausbildung kurdischer Peschmerga geben. Das Feldlager am Rande des Flughafens von Erbil ist seit dem Beginn der amerikanisch-israelischen Militärschläge gegen den Iran im Frühjahr immer wieder Ziel von iranischen Vergeltungsschlägen mit Raketen und Drohnen gewesen, die sich aber nicht gezielt gegen die Bundeswehr richteten.