Das US-Militär hat eine weitere Angriffswelle gegen Ziele der Iranischen Revolutionsgarden im Iran abgeschlossen. Das teilte das US-Zentralkommando Centcom mit. Getroffen wurden unter anderem Anlagen zur Küstenüberwachung und Luftverteidigung sowie Raketen- und Drohnenlager. Die Angriffe seien eine Reaktion auf Attacken auf US-Soldaten in Jordanien am 17. Juli gewesen, so Centcom.
Zwei US-Soldaten bei iranischen Angriffen in Jordanien getötet
Erstmals seit der jüngsten Eskalation im Iran-Krieg sind nach Angaben des US-Militärs zwei US-Soldaten getötet worden. Sie seien am Freitag bei einem Einsatz in Jordanien ums Leben gekommen, als sich US-Streitkräfte und Verbündete gegen iranische Raketen- und Drohnenangriffe verteidigten, teilte das zuständige Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit. Außerdem wird nach US-Angaben derzeit noch ein Soldat im Einsatz vermisst. Vier weitere Soldaten mussten in jordanischen Krankenhäusern aufgrund ihrer Verletzungen medizinisch versorgt werden.
Bereits am Samstagmittag hat die iranische Revolutionsgarde staatlichen Medien zufolge behauptet, bei einem Angriff auf einen Luftwaffen-Stützpunkt in Jordanien mindestens zwei US-Kampfflugzeuge und drei weitere Flugzeuge zerstört zu haben. Der Angriff mit Raketen und Drohnen habe sich gegen den Stützpunkt Al-Asrak gerichtet, berichtete das iranische Staatsfernsehen unter Berufung auf die Revolutionsgarde. Zudem sei ein Teil des Luftwaffen-Stützpunkts Scheich Isa in Bahrain ins Visier genommen worden, in dem sich US-Kampfflugzeuge befunden hätten. Dort sei auch ein Geheimdienst-Datenzentrum attackiert worden.
Iran: 50 Tote nach jüngsten US-Angriffen
Seit der neuen Eskalation am Persischen Golf sind im Iran Regierungsangaben zufolge mindestens 50 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 500 Menschen seien bei den US-Angriffen verletzt worden, wie der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Hossein Kermanpur, auf X schrieb. Dem Sprecher zufolge wurden 460 Personen bereits aus dem Krankenhaus entlassen, während sich 37 weiterhin in stationärer Behandlung befinden. Das US-Militär hat vor allem die südlichen Küstenprovinzen Irans angegriffen. Allein in der südwestlichen, ölreichen Industrieprovinz Chusestan registrierten die Behörden in den vergangenen zehn Tagen Angriffe auf 95 Orte, wie die Nachrichtenagentur Tasnim berichtete.
USA raten Staatsbürgern weltweit zur Vorsicht
Das US-Außenministerium rief amerikanische Staatsbürgerinnen und -bürger wegen der verschärften Spannungen im Nahen Osten weltweit zu „erhöhter Vorsicht“ auf. Die Warnung gilt insbesondere für Personen, die sich im Nahen Osten aufhalten, wie aus einer Mitteilung auf der Website des Ministeriums hervorgeht. Die Sicherheitslage bleibe komplex, es bestehe die Gefahr einer „unvorhergesehenen Eskalation“.
Iranische Armee meldet Angriffe auf US-Stützpunkte in Kuwait
Die iranische Armee hat nach eigenen Angaben zwei US-Militärstützpunkte in Kuwait mit Drohnen angegriffen. Dies sei eine Reaktion auf die US-Attacken auf Ziele in der Islamischen Republik, erklärten die Streitkräfte am Sonntag laut dem staatlichen Rundfunk. Demnach griffen sie ein Munitionslager der US-Armee im Wüstenlager Udairi und Radarsysteme auf dem Luftwaffenstützpunkt Ali al-Salem an.
Kuwait verurteilte die iranischen Angriffe scharf. Kuwaits Staatsagentur Kuna meldete iranische Angriffe auf einen „bedeutenden“ Standort des Ölsektors. Dabei sei erheblicher Sachschaden entstanden und mehrere Menschen verletzt worden, hieß es weiter unter Berufung auf den Ölkonzern Kuwait Petroleum Corporation. Ein Sprecher des kuwaitischen Verteidigungsministeriums erklärte auf X, der Iran habe nicht nur Militär- und Sicherheitseinrichtungen, sondern auch zivile Ziele ins Visier genommen. Betroffen seien „Anlagen zur Öl-, Strom- und Wasserversorgung“. Das Militär habe am Samstag „feindliche“ ballistische Raketen und Drohnen im kuwaitischen Luftraum abgefangen.
Kuwait meldet Angriff auf Elektrizitätswerk
Nach iranischen Angriffen auf mit den USA verbündete Golfstaaten hat Kuwait einen Schaden an einer Anlage zur Stromerzeugung und Meerwasserentsalzung gemeldet. Diese sei Ziel eines feindlichen Angriffs geworden, teilte das Ministerium für Elektrizität mit. In einem Teil der Einrichtung sei ein Feuer ausgebrochen, mehrere Generatoren seien daher vorsorglich abgeschaltet worden. Es handele sich bereits um das zweite Werk dieser Art, das binnen zwei Tagen in Kuwait attackiert worden sei. Das Ministerium rief die Bevölkerung dazu auf, in dieser „außergewöhnlichen Phase“ sparsam mit Strom umzugehen.
Iran: 10.000 Einwohner nach US-Angriff ohne Wasser
Nach den US-Angriffen im Süden des Irans ist staatlichen Angaben zufolge die Trinkwasserversorgung für mindestens 10.000 Menschen unterbrochen. Hintergrund sei die Bombardierung einer Meerwasserentsalzungsanlage in der Küstenregion Dschask, berichtete der Pressedienst der Regierung unter Berufung auf die Wasserwerke der Provinz Hormusgan. Betroffen sind demnach 20 Dörfer an der Küste.
EU und Golfstaaten fordern von Iran freie Schifffahrt
Die Europäische Union und die Golfstaaten fordern einem Medienbericht zufolge den Iran auf, alle Angriffe auf Schiffe sowie Störungen der Schifffahrt sofort und bedingungslos einzustellen. Zudem müsse die Straße von Hormus ohne Auflagen oder Gebühren offengehalten werden, berichtete das saudiarabische Staatsfernsehen unter Berufung auf eine gemeinsame Erklärung.
Trump über Tod von US-Soldaten: „Sehr traurige Sache“
US-Präsident Donald Trump hat den Tod von zwei weiteren US-Soldaten im Iran-Krieg als „sehr traurig“ bezeichnet. Der US-Sender NewsNation zitierte ihn nach einem Gespräch über die Todesfälle mit der Aussage, dass das auch „eine sehr traurige Sache“ sei. „Wir sehen das ungern“, sagte Trump demnach. Die Soldaten seien im Dienst für ihr Land gestorben. Nach Angaben des Senders bekräftigte Trump auch seine im Zuge des Krieges vielfach vorgebrachte Botschaft, dass der Iran keine Atomwaffen haben dürfe.
Chamenei hält Unterschrift von US-Präsident Trump für wertlos
Der oberste Führer des Iran, Modschtaba Chamenei, hat den USA angesichts der anhaltenden Angriffe auf sein Land mit Vergeltung gedroht. „Nun, da der amerikanische Feind einen Krieg anzetteln will (...), sollte er wissen, dass die geliebte iranische Nation und die Achse des Widerstands ihm unvergessliche Lektionen zu bieten haben“, hieß es in einer vom Staatsfernsehen verbreiteten Erklärung Chameneis. Die Verstöße der USA gegen das mit Teheran vereinbarte Rahmenabkommen hätten „einmal mehr allen die Wertlosigkeit der Unterschrift des amerikanischen Präsidenten vor Augen geführt“.
Iran: Rahmenabkommen mit den USA hat keinen Bestand mehr
Das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran hat nach Ansicht der Regierung in Teheran keinen Bestand mehr. Man habe das Abkommen ausgesetzt, sagte Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Fars. „Wir sind mit der Verteidigung des Landes beschäftigt“, zitierte die Agentur den Minister aus einem TV-Interview. „Leider haben die Amerikaner mit ihren aggressiven Maßnahmen gegen ihre Verpflichtungen aus der Absichtserklärung von Islamabad verstoßen“, führte Gharibabadi weiter aus. Das sei der Grund gewesen, warum auch der Iran sich nicht mehr an die Vereinbarung gebunden fühlt.



