Das US-Militär hat eine weitere Angriffswelle gegen Ziele der Iranischen Revolutionsgarden im Iran abgeschlossen. Das teilte das US-Zentralkommando Centcom mit. Getroffen wurden unter anderem Anlagen zur Küstenüberwachung und Luftverteidigung sowie Raketen- und Drohnenlager. Die Angriffe seien eine Reaktion auf Attacken auf US-Soldaten in Jordanien am 17. Juli, bei denen zwei US-Soldaten getötet und ein weiterer vermisst wurde.
US-Angriff nahe iranischer Insel Gheschm
Im Zuge der neuen Luftangriffe des US-Militärs im Iran wurden Raketenschläge nahe der Insel Gheschm im Persischen Golf gemeldet. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete von mindestens sechs Raketen, die in Gebieten am Rande der Insel eingeschlagen seien. Das US-Militär hatte zuvor nach dem Tod seiner Soldaten Vergeltungsschläge gegen Irans Revolutionsgarden angekündigt. Ziel sei es, die Fähigkeit des Irans, die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus zu bedrohen, weiter zu schwächen, teilte das Centcom mit.
Trump über Tod von US-Soldaten: „Sehr traurige Sache“
US-Präsident Donald Trump bezeichnete den Tod der beiden US-Soldaten als „sehr traurig“. Der US-Sender NewsNation zitierte ihn mit den Worten: „Wir sehen das ungern.“ Die Soldaten seien im Dienst für ihr Land gestorben. Trump bekräftigte, dass der Iran keine Atomwaffen haben dürfe. Die beiden Soldaten kamen am Freitag bei einem Einsatz in Jordanien ums Leben, als sich US-Streitkräfte gegen iranische Raketen- und Drohnenangriffe verteidigten.
Emirate fordern „sofortigen Stopp der Eskalation“
Die Vereinigten Arabischen Emirate forderten angesichts der jüngsten Eskalation ein sofortiges Ende der Feindseligkeiten und eine Rückkehr an den Verhandlungstisch. Das Außenministerium mahnte äußerste Zurückhaltung an, um gefährliche Auswirkungen und ein Abgleiten der Region in ein neues Ausmaß an Gewalt zu verhindern. Angriffe auf zivile Infrastruktur wie Schulen oder Krankenhäuser stellten einen Verstoß gegen das Völkerrecht dar.
Iran setzt Rahmenabkommen mit USA aus
Die iranische Regierung hat das Rahmenabkommen mit den USA ausgesetzt. Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi sagte laut Nachrichtenagentur Fars: „Wir sind mit der Verteidigung des Landes beschäftigt. Die Amerikaner haben mit ihren aggressiven Maßnahmen gegen ihre Verpflichtungen aus der Absichtserklärung von Islamabad verstoßen.“ Die USA und der Iran hatten sich Mitte Juni auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das den Weg für ein dauerhaftes Ende des Krieges ebnen sollte. Seit Anfang Juli ist der Konflikt wieder eskaliert.
Kuwait verurteilt iranische Angriffe – Schaden an Ölanlage
Kuwait hat den jüngsten Beschuss aus dem Iran scharf verurteilt. Das Außenministerium erklärte, die wiederholten Angriffe auf lebenswichtige Einrichtungen offenbarten eine systematische und aggressive Vorgehensweise. Die Staatsagentur Kuna meldete iranische Angriffe auf einen bedeutenden Standort des Ölsektors, bei dem erheblicher Sachschaden entstanden sei und mehrere Menschen verletzt wurden. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums erklärte, der Iran habe nicht nur Militäreinrichtungen, sondern auch zivile Ziele wie Anlagen zur Öl-, Strom- und Wasserversorgung ins Visier genommen.
Iran: US-Kampfflugzeuge bei Angriff in Jordanien zerstört
Die iranische Revolutionsgarde hat nach eigenen Angaben bei einem Angriff auf einen Luftwaffenstützpunkt in Jordanien mindestens zwei US-Kampfflugzeuge und drei weitere Flugzeuge zerstört. Der Angriff habe sich gegen den Stützpunkt Al-Asrak gerichtet, berichtete das iranische Staatsfernsehen. Zudem sei ein Teil des Stützpunkts Scheich Isa in Bahrain ins Visier genommen worden. Reuters konnte die Berichte zunächst nicht verifizieren.
US-Verbündeter Kuwait meldet Angriff auf Elektrizitätswerk
Kuwait meldete einen Schaden an einer Anlage zur Stromerzeugung und Meerwasserentsalzung nach iranischen Angriffen. In einem Teil der Einrichtung sei ein Feuer ausgebrochen, mehrere Generatoren seien vorsorglich abgeschaltet worden. Das Ministerium rief die Bevölkerung zu sparsamem Stromverbrauch auf. Etwa 90 Prozent des Trinkwassers in Kuwait stammen aus Entsalzungsanlagen.
Bauernpräsident: Hormus-Blockade verursacht Dünger-Knappheit
Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, warnte vor neuen Risiken bei der Versorgung mit Düngemitteln. Die Stickstoffpreise verharrten auf hohem Niveau, und die Vorräte für die neue Saison seien gefährlich gering. Er befürchtet, dass die Preise erneut deutlich anziehen könnten, wenn sich die Situation in der Golfregion weiter verschärft.
Iran: 10.000 Einwohner nach US-Angriff ohne Wasser
Nach US-Angriffen im Süden des Irans ist die Trinkwasserversorgung für mindestens 10.000 Menschen unterbrochen. Hintergrund sei die Bombardierung einer Meerwasserentsalzungsanlage in der Küstenregion Dschask, berichtete der Pressedienst der Regierung. Betroffen sind 20 Dörfer an der Küste. Angesichts von Temperaturen weit über 40 Grad sind Attacken auf die Wasserversorgung besonders gravierend.
Schiffsverkehr in der Straße von Hormus auf Dreiwochentief
Nach den wieder aufgenommenen gegenseitigen Angriffen ist der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus fast zum Erliegen gekommen. Daten des Anbieters Kpler zufolge passierten am Donnerstag lediglich acht Schiffe die Meerenge – der niedrigste Wert seit drei Wochen. Vor zwei Wochen waren es noch 48 Passagen, vor Kriegsbeginn durchquerten im Schnitt mehr als 100 Schiffe täglich die Straße von Hormus.



