Vierfach-Mord an Tankstelle: Erntehelfer in Italien lebendig verbrannt
Vierfach-Mord: Erntehelfer lebendig verbrannt

Brutaler Anschlag in Kalabrien

In der süditalienischen Region Kalabrien hat ein schockierender Vierfach-Mord an einer Tankstelle für Entsetzen gesorgt. Überwachungskameras zeigen, wie zwei Männer Benzin in einen Minivan pumpen, diesen in Brand setzen und die Türen von außen blockieren. Die Insassen – vier Erntehelfer aus Afghanistan und Pakistan – verbrannten bei lebendigem Leib. Der einzige Überlebende, Taj Alamyar, konnte sich durch das Heckfenster retten und erlitt schwere Brandwunden an den Händen.

Menschenunwürdige Arbeitsbedingungen

Die Opfer arbeiteten auf Erdbeerfeldern in der Umgebung von Amendolara, einer kleinen Gemeinde an der Staatsstraße 106. Sie erhielten einen Tageslohn von lediglich 45 Euro, von dem noch Transportkosten abgezogen wurden. Untergebracht waren sie in einem primitiven Bauernhaus mit Matratzenlagern. Der Überlebende berichtete von ständigem Streit um den ausstehenden Lohn und einer Drohung mit einer Pistole: „Mund halten oder Ihr werdet umgebracht.“

Systematische Ausbeutung

Die Arbeitsbedingungen in Italiens Landwirtschaft sind seit Langem bekannt. Schätzungen zufolge arbeiten über 200.000 Migranten unter sklavenähnlichen Verhältnissen, oft für weniger als drei Euro pro Stunde. Organisiert wird dies von sogenannten Capos, die häufig selbst Migranten sind und Verbindungen zur 'Ndrangheta, der mächtigsten Mafia-Organisation Italiens, unterhalten. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Mord ein Exempel statuieren sollte, um andere Arbeiter einzuschüchtern.

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Forderungen nach Konsequenzen

Der Vorfall hat eine Debatte über die Verantwortung der Lebensmittelindustrie ausgelöst. Der Bestseller-Autor Roberto Saviano macht die großen Einzelhandelsketten verantwortlich: „Die Marken, die wir alle kennen, kaufen zu Preisen ein, die einen angemessenen Lohn unmöglich machen.“ Obwohl in Italien ein Gesetz gegen Ausbeutung existiert, das hohe Strafen und bis zu acht Jahre Haft vorsieht, wird dessen Umsetzung als unzureichend kritisiert. Der Bischof von Kalabrien, Francesco Savino, fordert: „Genug mit dem bequemen Schweigen. Genug damit, es für normal zu halten, dass Männer von weit her bei uns wie Leichen ohne Geschichten sterben.“

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